Crochunter´s Umweltnews

News & Fakten über unsere Umwelt und unser Klima

Bundesverfassungsgericht hält Gentechnik-Register offen und bestätigt Haftung. BUND sieht Kritiker und Verbraucher gestärkt

Berlin/Karlsruhe: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht in dem heutigen Urteil des Bundesverfassungsgerichtes eine "Abmahnung für die Befürworter einer genmanipulierten Landwirtschaft". Die höchstrichterliche Bestätigung der Haftung bei gentechnischen Verunreinigungen von Nachbarfeldern sei ein großer Erfolg, sagte die BUND-Gentechnikexpertin Heike Moldenhauer in Karlsruhe: "Die Interessen der gentechnikfrei wirtschaftenden Landwirte und Lebensmittelproduzenten werden mit diesem Urteil gewahrt. Haften muss, wer genmanipulierte Pflanzen in Umlauf bringt." Das Gericht habe deutlich gesehen, dass der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen die Existenz konventionell und ökologisch wirtschaftender Landwirte gefährde. Positiv sei auch der weiterhin gewährleistete öffentliche Zugang zum Standortregister, das alle Äcker mit Gentech-Pflanzen verzeichne.

Hinter der 2005 vom Land Sachsen-Anhalt eingereichten Verfassungsklage habe neben dem Gentechnik-Riesen Monsanto auch die damalige CDU/FDP-Landesregierung gestanden, so Moldenhauer. Unter Missachtung berechtigter Interessen der Bevölkerung hätten sich beide Parteien damit zum wiederholten Mal zu Lobbyisten bestimmter Industriezweige gemacht. In Umfragen seien stabile Mehrheiten von über 80 Prozent der Deutschen gegen den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft und bei der Lebensmittelproduktion.

Ob die schwarz-gelbe Bundesregierung bei der anstehenden Novellierung des Gentechnik-Gesetzes die vom Bundesverfassungsgericht bestätigten Gesetzesteile unangetastet lasse, sei jedoch weiter offen. Die große Mehrheit der Landwirte wolle ihre Felder frei von gentechnisch manipulierten Pflanzen halten. Deshalb müsse die CDU/FDP-Regierungskoalition ihre bisherige gentechnikfreundliche Politik ändern. In den kommenden sechs Jahren plane sie 2,4 Milliarden Euro für die Gentechnikforschung auszugeben und streiche 16 Millionen Euro, die für den Ökolandbau eingestellt gewesen seien. "Das heutige Urteil des Bundesverfassungsgerichts ist noch keine Garantie, dass Monsanto und seine Fans in der Bundesregierung aufgeben", sagte Moldenhauer.

Pressekontakt: in Karlsruhe Heike Moldenhauer, BUND-Gentechnikexpertin, Mobil: 01 79 / 8 13 80 88 bzw. Tel. 0 30 / 2 75 86-456 oder Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 0 30 / 2 75 86-425/-489, Fax: -440, presse@bund.net

Quelle: BUND.net


Dena-Netzstudie in der Kritik. BUND fordert Datentransparenz und öffentliche Netzplanung

Berlin: Nach der heutigen Vorstellung der Dena-Studie zum Ausbau der Stromnetze in Deutschland hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erneut vor einer Stimmungsmache gegen jene Bürgerinitiativen gewarnt, die überhöhte Netzausbaupläne infrage stellen. Die von der Deutschen Energieagentur Dena aufgestellten Szenarien über den angeblichen Bedarf von bis zu 3600 Kilometern neuer "Stromautobahnen" beruhten auf fragwürdigen Annahmen und unklaren Szenarien.

"Die Dena-Studie suggeriert zwar, sie ermittele den Bedarf neuer Stromleitungen aufgrund des Ausbaus der erneuerbaren Energien. Tatsächlich wird der Bedarf jedoch durch AKW-Laufzeitverlängerungen, neue Kohlekraftwerke und die Ausweitung des internationalen Stromhandels deutlich erhöht", sagte der BUND-Energieexperte Thorben Becker.

Ein zukunftsfester Umbau der Stromnetze in Deutschland sei nur möglich, wenn es eine klare Richtungsentscheidung für die hundertprozentige Stromversorgung aus erneuerbaren Energiequellen gebe. Weil aber die Bundesregierung längere Laufzeiten für Atomkraftwerke und den Neubau von Kohlekraftwerken befürworte und zugleich verkünde, die erneuerbaren Energien ausbauen zu wollen, erhöhe sich zwangsläufig das Angebot konkurrierender Stromlieferanten mit sich widersprechenden Anforderungen an ein künftiges Stromnetz.

Der BUND forderte die Veröffentlichung aller Daten, die den Betreibern der Stromnetze über durchzuleitende Strommengen, die entsprechenden Quellen und den jeweils zu erwartenden Bedarf vorliegen. Die Dena-Netzstudie könne und dürfe eine bundesweite Stromnetzplanung nicht ersetzen.

"Um die umfassende Beteiligung der Öffentlichkeit an der Netzplanung zu vermeiden, hat die Bundesregierung die entsprechende EU-Richtlinie nicht korrekt umgesetzt. Deshalb muss die intransparente Netzstudie Zwei der Dena durch eine öffentliche bundesweite Stromnetzplanung mit strategischer Umweltprüfung und intensiver Öffentlichkeitsbeteiligung ersetzt werden", sagte Becker.

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Rechtsgutachten über die Notwendigkeit einer Umweltprüfung beim Netzausbau, erstellt im Auftrag des BUND
 

Pressekontakt: Thorben Becker, BUND-Energieexperte, Tel. 0 30 / 2 75 86-421, Mobil: 01 73 / 6 07 16 03 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 0 30 / 2 75 86-425, Mobil: 01 71 / 8 31 10 51; presse@bund.net

Quelle: BUND.net


BUND fordert Bundespräsidenten Wulff auf, die Atomgesetznovelle nicht zu unterzeichnen. Jahresversammlung des Umweltverbandes bestätigt Vorstand

Bad Hersfeld/Berlin: Bei seiner Jahresversammlung im hessischen Bad Hersfeld hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Bundespräsident Christian Wulff aufgefordert, die verfassungswidrige Atomgesetznovelle nicht zu unterzeichnen.

"Die schwarz-gelbe Regierungskoalition hat mit der Aufkündigung des bisherigen Atomausstiegs einen breiten gesellschaftlichen Konsens verlassen. Sie hat sich zur Geisel der Stromkonzerne machen lassen und wird sich auch wegducken, wenn 2011 die Pannen-Reaktoren in Krümmel und Brunsbüttel wieder ans Netz gehen sollen. Diese Politik ist nicht nur gefährlich, sie blockiert eine zukunftsfähige dezentrale Energieversorgung mit umweltfreundlichen erneuerbaren Energien und durch Stadtwerke", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Kommenden Generationen werde mit dem wachsenden radioaktiven Atommüllberg ein unverantwortbares strahlendes Erbe aufgebürdet.

Die rund 140 BUND-Delegierten in Bad Hersfeld kündigten an, gegen weitere Rückschritte beim Umwelt- und Klimaschutz aktiv vorzugehen. So werde es anlässlich des 25. Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe einen bundesweiten Aktionstag gegen die Atomenergie geben. Der Verband will die rückwärtsgewandte Atompolitik von Schwarz-Gelb auch zum Thema der Wahlkämpfe im kommenden Jahr machen. Zugleich soll der weitere Ausbau der Erneuerbaren Energien gestärkt werden. Bestrebungen, den Ausbau der Erneuerbaren durch die Aufweichung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zu bremsen, werde der Verband entgegentreten.

Weiger: "Atomenergie und erneuerbare Energien passen nicht zusammen. Mit den derzeit vorhandenen zentralistischen Strukturen und mit billigem Atomstrom wollen die großen Stromkonzerne viele Milliarden zusätzlich einstreichen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz, das die dezentrale Energieversorgung fördert, steht ihnen dabei im Weg. Trotz ihrer enormen Gewinne erhöhen die Konzerne die Strompreise und schieben den erneuerbaren Energien die Schuld zu. Der BUND wird es den vier großen Stromkonzernen nicht durchgehen lassen, wenn sie die regenerativen Energien blockieren."

Die Delegierten bestätigten den BUND-Vorsitzenden Hubert Weiger und die stellvertretenden Vorsitzenden Ulrike Mehl und Klaus Brunsmeier jeweils mit großen Mehrheiten in ihren Ämtern und beschlossen die verbandspolitischen Vorhaben für das kommende Jahr. In einer Resolution forderten sie außerdem die bundesweite Renaturierung wertvoller Moorflächen. Um die herausragende Bedeutung von Mooren für den Artenschutz und als Speicher für das Klimagas CO2 zu sichern, müsse ein nationales Moorschutzprogramm in Höhe von jährlich 50 Millionen Euro aufgelegt werden.

Der BUND hat 16 Landesverbände und ist mit über 480000 Mitgliedern, Förderern und Spendern die größte föderal strukturierte Natur- und Umweltschutzorganisation Deutschlands.

Porträtfotos des BUND-Vorstandes im Internet:

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender:
www.bund.net/bundnet/presse/bild_und_ton/vorstand/

Ulrike Mehl, Klaus Brunsmeier, stellv. Vorsitzende:
www.bund.net/bundnet/presse/bild_und_ton/stellvertretende_vorsitzende/

Pressekontakt: Dr. Norbert Franck, Leiter der BUND-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel. 0 30 / 2 75 86-489/-425, in Bad Hersfeld Mobil: 01 78 / 4 59 15 28 bzw. Katrin Riegger, in Bad Hersfeld Mobil: 01 57 / 71 33 57 96, E-Mail: presse@bund.net

Quelle: BUND.net


BUND-Gutachten: Abscheidung und Endlagerung von CO2 aus Kohlekraftwerken birgt enorme Risiken

Berlin: Die Endlagerung von Kohlendioxid aus Kohlekraftwerken oder der Industrie in tiefe Erdschichten, die sogenannte CCS-Technologie (carbon dioxide capture and storage), kann zur Versalzung des Grundwassers führen. Die hohen Drücke, die zur Verpressung des CO2 in die Tiefe erforderlich sind, können außerdem Leckagen oder Erdbeben verursachen. Entweichendes Kohlendioxid, das sich in Senken oder Tälern ansammelt, könnte zur Gefahr für die Bevölkerung werden. Das sind die wichtigsten Ergebnisse eines geologischen Gutachtens, das der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) heute in Berlin vorgestellt hat. Der Umweltverband forderte, dass das Gesetz zur Errichtung von Anlagen mit CCS-Technologie, das derzeit unter Hochdruck von Kanzleramt, Bundeswirtschafts- und Bundesumweltministerium vorangetrieben wird und noch im November vom Kabinett verabschiedet werden soll, diesen Sicherheitsrisiken Rechnung trägt.

Robert Pörschmann, BUND-Energieexperte: "Das CCS-Gesetz darf nicht verabschiedet werden, wenn die Sicherheit für Mensch und Umwelt nicht gewährleistet werden kann. Neben den massiven Gefahren ist CCS auch ineffizient, weil es den Wirkungsgrad der Kohlekraftwerke um etwa 30 Prozent verschlechtert und mehr Kohle verbrannt werden muss, um die gleiche Menge Strom zu erzeugen wie in Kraftwerken ohne CCS. Diese Technologie dient vor allem dazu, klimaschädlichen Kohlekraftwerken ein grünes Image zu geben und den Neubau solcher Anlagen zu legitimieren."

Bislang könne nicht nachgewiesen werden, dass die vor allem in den Bundesländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt geplanten CO2-Lagerstätten dicht seien, sagte Ralf Krupp, Geologe und Autor des heute vorgestellten BUND-Gutachtens. Die angewendeten Rechenmodelle seien nicht geeignet, einen entsprechenden Sicherheitsnachweis zu führen. 

Krupp: "Umfangreiche Darstellungen der CO2-Speicher in Rechenmodellen und Computer-Grafiken täuschen oft einen Wissensstand vor, der in Wirklichkeit nicht vorhanden ist. Die Ergebnisse dieser Rechenmodelle beruhen zumeist auf nicht dokumentierten Annahmen und sind im Regelfall weder valide noch verifizierbar. Auf dieser Grundlage CO2-Lagerstätten einzurichten, ist nicht zu verantworten."

Laut dem BUND-Gutachten werde das in Deutschland vorhandene geologische Fassungsvermögen für Kohlendioxid weit überschätzt. Für den CO2-Ausstoß deutscher Kohlekraftwerke reiche es höchstens für einen Zeitraum von etwa 27 Jahren. Dabei seien  konkurrierende Nutzungen des Untergrundes wie zum Beispiel für den Abbau von Erzen oder zur Gewinnung von erneuerbaren Energien wie Geothermie sogar noch unberücksichtigt geblieben.

Außer in Brandenburg und Sachsen-Anhalt haben auch in Niedersachsen und Schleswig-Holstein Bürgerinitiativen und Umweltverbände, darunter der BUND und seine Landesverbände, mehrfach gegen die Pläne zur CO2-Endlagerung protestiert. 

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Pressekontakt in Berlin:

Robert Pörschmann, BUND-Energieexperte, Tel. 0 30 / 2 75 86-433 bzw. Katrin Riegger, BUND-Pressereferentin, Tel. 0 30 / 2 75 86-464, presse@bund.net 

Pressekontakt zu BUND-Experten in den betroffenen Bundesländern:

Brandenburg: Axel Kruschat, BUND-Landegeschäftsführer, Tel. 03 31 / 23 70 01 41 

Niedersachsen: Stefan Ott, BUND-Landesgeschäftsführer, Tel. Tel. 05 11 / 9 65 69-0 bzw. Mobil 01 75 / 5 65 08 52

Sachsen-Anhalt: Oliver Wendenkampf, BUND-Landesgeschäftsführer, Mobil: 01 60 / 7 15 50 64

Schleswig-Holstein: Hans-Jörg Lüth, BUND-Landegeschäftsführer, Tel. 04 31 / 6 60 60-10

Nordrhein-Westfalen:  Dirk Jansen, BUND-Landesgeschäftsführer, Tel. 02 11 / 30 20 05-22

Quelle: BUND.net


EU will Agrarpolitik neu ordnen. BUND und EuroNatur begrüßen die Absicht, Tier- und Naturschutz stärker zu fördern

Brüssel/Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Naturschutzstiftung EuroNatur begrüßten die heute in Brüssel vorgelegten Vorschläge der EU-Kommission zur Neugestaltung der Agrarpolitik. Für den BUND-Vorsitzenden Hubert Weiger ist der Plan zur Neuordnung der Agrarsubventionen "ein mutiger, wichtiger und richtiger Schritt für mehr Umwelt- und Tierschutz in der Landwirtschaft".

Der Ansatz der Kommission, Direktzahlungen stärker an Umweltleistungen zu binden werde den derzeit zunehmenden Konflikt zwischen Agrarproduktion und Umweltschutz entschärfen. Dies könne innerhalb der Bevölkerung wieder zu mehr Akzeptanz der EU-Agrarpolitik führen. Weiger forderte die Bundesregierung auf, die Kommissionspläne zu unterstützen. Er wies auch darauf hin, dass bei der anstehenden Agrarreform das Europaparlament Mitentscheidungsrecht habe. Sein Verband werde alle deutschen Europaabgeordneten persönlich auffordern, die ökologisch und sozial sinnvollen Brüsseler Reformpläne zu unterstützen.

Für den agrarpolitischen Sprecher des BUND, Jochen Dettmer, sind die Vorschläge aus Brüssel ein "faires Angebot von Politik und Gesellschaft an die Landwirtschaft". Jeder einzelne Landwirt könne künftig entscheiden, ob er Gelder für gesellschaftlich gewünschte Leistungen, die sich bisher nicht in den Marktpreisen widerspiegelten, annehmen wolle oder nicht. Konsequent umgesetzt würden die Brüsseler Vorschläge eine naturverträgliche bäuerliche Landwirtschaft im Gegensatz zur derzeit rasant zunehmenden Agrarindustrie fördern. "Das haben wir uns seit langem gewünscht", sagte Dettmer, der selbst einen Bauernhof bewirtschaftet.

"Mit den Kommissionsvorschlägen erfolgt die richtige Weichenstellung für eine bessere und gerechtere Verwendung der Agrargelder", so Lutz Ribbe, naturschutzpolitischer Direktor von EuroNatur. "Nur auf diese Weise lassen sich die vielen Steuergelder für die Landwirtschaft langfristig überhaupt noch legitimieren."

Ribbe wies darauf hin, dass Agrarpolitik nicht nur in der Verteilung der derzeit 58 Milliarden Euro bestehe. In den EU-Verträgen sei als Ziel der Agrarpolitik auch die Stabilisierung der Märkte genannt. In den Reformvorschlägen fehlten jedoch bisher Maßnahmen gegen überhöhte Produktionsmengen bei Milch und Fleisch. Die Überproduktion ermögliche Industrie und Handel, gegenüber den Bauern die Preise zu drücken. Eindrucksvollstes Beispiel dafür sei der Milchpreis, der die Kosten der Landwirte nicht mehr decke. Mit einer Neuordnung der Subventionen allein könne dieses Problem nicht gelöst werden. Deshalb sei man nun auf die von Agrarkommissar Dacian Ciolos angekündigten Vorschläge zur besseren Marktregulierung gespannt. 

"Agrarkommissar Ciolos hat die Zeichen der Zeit erkannt", sagte Ribbe. "Zusammen mit Umweltkommissar Janez Potocnik und Klimakommissarin Connie Hedegaard hat er sich auf den Weg gemacht, Landwirtschafts- und Nachhaltigkeitspolitik wieder zu versöhnen."

Pressekontakt

Jochen Dettmer, BUND-Agrarexperte, Tel. 01 72 / 8 12 63 37 bzw. Lutz Ribbe, naturschutzpolitischer Direktor von EuroNatur, Tel. 01 70 / 4 12 57 67; Reinhild Benning, BUND-Agrarexpertin, Tel. 0 30 / 2 75 86-481, Mobil: 01 75 / 7 26 37 79 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 0 30 / 2 75 86-425/-489, Fax: 0 30 / 2 75 86-440, presse@bund.net

Quelle: BUND.net


BUND und Friends of the Earth: Nano-Technologie liefert keine Patentlösungen für Umweltprobleme

Berlin: Wer von der Nano-Technologie mittelfristig entscheidende Beiträge zur Lösung der globalen Umweltprobleme erwartet, setzt auf das falsche Pferd. Weder im Energiesektor noch beim Klima- oder Ressourcenschutz und auch nicht bei der Minderung von Schadstoffen sind bahnbrechende Entwicklungen aus der Nano-Technologie zu erwarten. Dies ist das Ergebnis von Recherchen des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und seiner Partnerorganisation Friends of the Earth (FoE), die diese heute gleichzeitig veröffentlichten.

Jurek Vengels, Nano-Experte des BUND: "In Imagekampagnen der Industrie wird von preiswerten Solarzellen oder billiger Wasseraufbereitung mit Nano-Techniken in Entwicklungsländern geschwärmt. Derartige Produkte sind jedoch meilenweit von der Marktreife entfernt oder können im Vergleich mit anderen Technologien, die weniger risikobehaftet sind, nicht bestehen. Die Nano-Industrie und die sie fördernde Bundesregierung dürfen nicht weiter so tun, als lieferten Nano-Produkte großartige Lösungen für die Umweltprobleme."

Bisher werde der Markt für Nano-Produkte vor allem von Konsumartikeln mit zweifelhaftem Nutzen dominiert, sagte Vengels. Als Beispiele nannte er den Einsatz von Nano-Materialien in Kosmetika, bei Textilien und Sportartikeln. Im Vergleich dazu machten Anwendungen in der Energietechnik nur etwa ein Prozent des Marktes aus. In Bereichen wie der Wasseraufbereitung, der Schadstoffreduzierung oder der Umweltsanierung, in denen die Nano-Technologie zum Einsatz kommen solle, sei der Nutzen weit geringer als von der Industrie versprochen.

Hinzu komme, dass die Herstellung von Nano-Materialien meist extrem energieaufwendig sei. Dies gelte zum Beispiel für Nano-Röhrchen aus Kohlenstoff, die bei Windkraftanlagen zur Verstärkung von Rotorblättern Verwendung finden sollen. Zur Herstellung von Nano-Materialien würden außerdem nicht selten enorme Mengen Wasser und Lösungsmittel benötigt. Ein weiteres Problem sei die Entstehung zusätzlicher Abfälle. So müssten bei der Produktion von Nano-Materialien für die Elektronikindustrie am Ende 99 Prozent der eingesetzten Rohstoffe entsorgt werden.

"Von Seiten der Industrie wird häufig in Aussicht gestellt, dass globale Herausforderungen wie die Energie- oder die Wasserkrise mit Hilfe der Nano-Technologie gemeistert werden können. Unser Faktencheck zeigt nicht nur, dass dies leere Versprechungen sind. Nicht selten vergrößert die Nano-Technologie die Umweltprobleme sogar", sagte Vengels. Das Trugbild von einer schönen heilen Nano-Welt diene der Industrie vor allem zur Legitimierung, weiter auf ungebremstes Wachstum und Übernutzung der Ressourcen zu setzen.

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Jurek Vengels, BUND-Nano-Experte
Tel. 0 30 / 2 75 86-422

Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher
Tel. 0 30 / 2 75 86-425/-489, presse@bund.net

Quelle: BUND.net


Ausbau der Stromnetze erfordert klares Konzept und langfristige Planung. BUND kritisiert Stimmungsmache gegen Bürgerinitiativen

Berlin: In der Debatte um den Ausbau der Stromnetze in Deutschland hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vor einer Stimmungsmache mit zu hohen und nicht überprüfbaren Zahlen gewarnt. Die seit Wochen in den Medien kursierenden Angaben über den angeblichen Bedarf von bis zu 3500 Kilometern neuer "Stromautobahnen" beruhten auf fragwürdigen Annahmen und unklaren Szenarien. Der Umweltverband forderte die Veröffentlichung aller Daten, die den Betreibern der Stromnetze über durchzuleitende Strommengen, die entsprechenden Quellen und den zu erwartenden Bedarf vorliegen.

"Der zukunftsfeste Umbau der Leitungsnetze in Deutschland kann nur stattfinden, wenn es eine klare Richtungsentscheidung für die 100-prozentige Stromversorgung aus erneuerbaren Energiequellen gibt. Weil aber die Bundesregierung längere Laufzeiten für Atomkraftwerke und den Neubau von Kohlekraftwerken befürwortet und zugleich verkündet, die erneuerbaren Energien ausbauen zu wollen, erhöht sich zwangsläufig das Angebot konkurrierender Stromlieferanten mit sich widersprechenden Anforderungen an ein künftiges Stromnetz. Der Aufwand wird größer, die Konflikte nehmen zu und deshalb steigen auch die Kosten, die am Ende die Stromkunden zu tragen haben", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Bei seiner Kritik beruft sich der BUND auch auf ein in seinem Auftrag erstelltes Rechtsgutachten, das eine so genannte ’strategische Umweltprüfung’ für die bundesweite Stromnetzplanung als zwingend ansehe. "Es ist absolut inakzeptabel, dass die Planung neuer Stromleitungsnetze der strategischen Umweltprüfung entzogen werden soll. Um die umfassende Beteiligung der Öffentlichkeit an der bundesweiten Netzplanung zu vermeiden, hat die Bundesregierung die entsprechende EU-Richtlinie nicht korrekt umgesetzt. Dieses intransparente Vorgehen, gleiches gilt auch für das Szenario der Deutschen Energieagentur dena über den angeblichen Bedarf von 3500 Kilometer neue Hochspannungsleitungen, muss durch eine intensive Öffentlichkeitsbeteiligung ersetzt werden. Die gegenwärtig laufende Stimmungsmache gegen Bürgerinitiativen ist eindeutig kontraproduktiv", sagte Werner Neumann, Energieexperte des BUND. Neumann forderte die Optimierung des vorhandenen Netzes und den Aufbau eines dezentralen und intelligenten Stromverbundes. Notwendig sei eine bundesweite und transparente Netzplanung unter Einbeziehung möglicher Alternativen.

"Die Verfechter einer Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke diffamieren Atomkraftgegner und die Bürgerinitiativen gegen Hochspannungsleitungen, weil sie angeblich alles blockieren. Dabei haben die Bürgerinitiativen bis heute nicht ein einziges Leitungsprojekt verhindert. Solange die Betreiber ihre Daten zur Belastung der Stromverbundsysteme nicht offen legen und es keine verlässlichen Planungen gibt, darf die Bundesregierung nicht den Bürgerinitiativen die Schuld für den angeblich zu langsamen Leitungsausbau in die Schuhe schieben. Stattdessen muss sie ihre Pläne für längere AKW-Laufzeiten beerdigen und den Bau neuer Kohlekraftwerke stoppen", sagte der BUND-Vorsitzende Weiger.

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Thorben Becker, BUND-Energieexperte, Tel. 0 30 / 2 75 86-421, Mobil: 01 73 / 6 07 16 03 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 0 30 / 2 75 86-425, Mobil: 01 71 / 8 31 10 51; presse@bund.net

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Das Rechtsgutachten über die Notwendigkeit einer Umweltprüfung beim Netzausbau (erstellt im Auftrag des BUND)

Quelle: BUND.net


"Bäume statt CO2-Endlager": Pflanzaktion mit über 22.000 Bäumen als Protest gegen riskante Verpressung von Kohlendioxid im Boden 

Berlin: Über 22.000 Bäume wurden am Wochenende bundesweit an 134 Orten gepflanzt, um gegen die Verpressung des Treibhausgases CO2 aus Kohlekraftwerken in tiefe Gesteinsschichten zu protestieren (sog. CCS-Technologie). Zur Aktion "Bäume statt CO2-Endlager" hatten der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Baumpflanz-Initiative WikiWoods.org, Robin Wood, der Verein BruchKultur e.V. und Plant for the Planet aufgerufen sowie zahlreiche Bürgerinitiativen, die gegen eine CO2-Verpressung in ihren Regionen kämpfen. CO2-Endlager seien in Deutschland in Sachsen-Anhalt und Brandenburg geplant, wo auch die meisten Bäume gepflanzt wurden. Die Umweltschützer kritisieren, dass die Einlagerung mit erheblichen Risiken für Bürger verbunden sei, etwa durch ein Entweichen des Gases, wenn die Lagerstätten nicht dicht seien.

Robert Pörschmann, Energieexperte beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): "Die große Teilnahme an den Pflanzaktionen macht deutlich, dass die CO2-Endlagerpläne von Bundesregierung und Energiekonzernen auf große Ablehnung in der Bevölkerung stoßen." Die Bürgerinnen und Bürger hätten erkannt, dass CCS eine Feigenblatttechnologie sei. Sie diene allein dazu, klimaschädlichen Kohlekraftwerken ein grünes Image zu geben und neue Kohlekraftwerke zu rechtfertigen.

"Die zunehmend überregionale Betroffenheit von CO2-Pipelines und –Endlagern sowie die Uneinsichtigkeit der Politik, die weiterhin auf diese rückwärtsgewandte Technologie setzt, erklärt das große Engagement bei den Pflanzungen", sagt Rolf Ignaz, Sprecher des Vereins BruchKultur aus Ostbrandenburg, wo ein CO2-Endlager entstehen soll.

Die Pflanzaktionen seien zudem ein Symbol für die Forderung nach einer nachhaltigen Energieversorgung, die die Belastungen für Klima und Umwelt minimiere, sagte Martin Schmid, Sprecher der Baumpflanz-Initiative WikiWoods.org. "Die Vielfalt der Aktionen ist beeindruckend und reicht von Pflanzungen neuer Apfel- und Aprikosenbäumchen im eigenen Garten über eine Protestpflanzung im Wendland bis hin zu Schulhofbepflanzungen. Dabei waren außerdem Aufforstungsprojekte, Aktionen zur Schaffung naturnaher Mischwälder sowie Pflanzungen in Naturschutzgebieten."

"Der Erhalt von biologisch wertvollen Wäldern und die Wiederaufforstung bleiben zentral im Kampf gegen den fortschreitenden Klimawandel. Die CCS-Technologie hingegen führt in eine energiepolitische Sackgasse. Sie hat keine gesellschaftliche Akzeptanz, ist unsicher, unwirtschaftlich und wird sich daher in Europa nicht durchsetzen", sagte Daniel Häfner von Robin Wood.

Weitere Informationen, aktueller Stand der Pflanzaktionen und –karte unter www.baeume-statt-co2-endlager.de

"Bäume statt CO2-Enlager“ ist eine gemeinsame Aktion von WikiWoods.Org, dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND),  BruchKultur e.V., ROBIN WOOD e.V.,  Plant for the Planet sowie zahlreichen Bürgerinitiativen, die gegen eine  CO2-Verpressung in ihrer Region kämpfen.
 
Pressekontakt: Robert Pörschmann, BUND-Energieexperte, Tel. 0 30 / 2 75 86-433, Ingo Frost (WikiWoods), Tel.  01 76 / 22 31 06 51  bzw. Katrin Riegger, BUND-Pressereferentin, Tel. 0 30 / 2 75 86-464, presse@bund.net

Quelle: BUND.net


Im 20. Jahr der Deutschen Einheit: Flächen im "Grünen Band“ nicht privatisieren. Biotopverbund an innerdeutscher Grenze als "Nationales Naturmonument" schützen

Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Bundesregierung aufgefordert, sich für einen Privatisierungsstopp von Flächen im Biotopverbund "Grünes Band" an der ehemaligen innerdeutschen Grenze einzusetzen. Obwohl die Bundesregierung zugesagt habe, alle bundeseigenen Flächen im Grünen Band für den Naturschutz zu sichern, sei die Verwendung von etwa 1000 Hektar ungeklärt. Diese Flächen seien im Besitz der Bodenverwertungs- und -verwaltungs-GmbH (BVVG) und würden teilweise auf dem freien Grundstücksmarkt angeboten. Damit drohe ein einzigartiger Biotopverbund, der sich im einstigen innerdeutschen Grenzgebiet nahezu unberührt entwickeln konnte, weiter zerrissen zu werden. Noch sei ein Drittel des ehemaligen Grenzstreifens nicht unter Schutz gestellt.

Der BUND forderte, das Grüne Band  durch die neugeschaffene Naturschutzkategorie "Nationales Naturmonument" zu schützen. In den Niederlanden, Dänemark und den USA seien bereits Gebiete von herausragender Bedeutung für den Naturschutz und die Geschichte als Nationale Naturmonumente ausgewiesen worden. Diesen Vorbildern müsse Deutschland folgen.

Ulrike Mehl, stellvertretende BUND Vorsitzende: "Im 20. Jahr der Deutschen Einheit steht die Bundesregierung in der Pflicht, sich für die Unversehrtheit des Grünen Bandes einzusetzen. Das Gebiet ist von großer Bedeutung für den Naturschutz. Und es muss für künftige Generationen als ein lebendiges Denkmal der Zeitgeschichte erhalten werden. Dafür müssen auch Flächen im Grünen Band, die seit Anfang der neunziger Jahre intensiv landwirtschaftlich genutzt werden, zurückgekauft werden."

Das Grüne Band verbindet auf 1393 Kilometern von der Ostsee bis zum sächsischen Vogtland 109 verschiedene Lebensraumtypen wie Moore, Fließgewässer und Bergwiesen und ist ein Querschnitt durch 17 repräsentative Naturräume wie das Norddeutsche Tiefland oder Mittelgebirge wie Harz und Thüringer Wald. Das Grüne Band ist Heimat von über 1200 in Deutschland gefährdeten Tier- und Pflanzenarten und gehört zum "Green Belt Europe", das der BUND als "Grünes Band Europa" im Jahr 2002 initiiert hat. Das "Green Belt Europe" erstreckt sich entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer. Es zieht sich durch 23 Staaten, umfasst 38 Nationalparke und zahlreiche weitere Schutzgebiete. Mit seinen 12500 Kilometern ist das "Green Belt Europe" Rückzugsgebiet und Wanderkorridor für eine Vielzahl bedrohter Tiere wie Luchs, Wildkatze, Fischotter, Braunbär und Wolf.

Kai Frobel, BUND-Projektleiter für das Grüne Band: "Angesichts des dramatisch voranschreitenden Verlustes an biologischer Vielfalt bietet das ‘Grüne Band Europa’ die einmalige Chance, in einem möglichst unzerschnittenen Lebensraum viele gefährdete Arten effektiv zu schützen. Zugleich wird dieser Biotopverbund durch intensive landwirtschaftliche Nutzung, Straßenbau, Rohstoffabbau, Massentourismus und die Freizeitindustrie bedroht. Auch an der deutschen Ostseeküste werden immer noch wertvolle zum Grünen Band gehörende Biotope zerstört."

Der BUND forderte die Bundesregierung auf, im Rahmen der Europäischen Union grenzüberschreitende Projekte und eine nachhaltige Landnutzung in den Regionen entlang des "Green Belt Europe" zu fördern. Mit der Entwicklung eines Netzwerks naturnaher Lebensräume zur Erhaltung der Biodiversität durch Europa, der "Green Infrastructure", müsse ernst gemacht werden. Darüber hinaus müsse die EU die Entwicklung eines speziellen Förderprogramms "Grünes Band Europa" prüfen sowie die Bewerbung als UNESCO-Natur- und Kulturerbe.

Pressekontakt

Dr. Liana Geidezis und Melanie Kreutz, Grünes-Band-Projektbüro,
Tel. 09 11 / 57 52 94-0, gruenesband@bund-naturschutz.de

BUND-Pressereferentin Katrin Riegger,
Tel. 00 49 / 0 30 / 2 75 86-464/-489, presse@bund.net

Quelle: BUND.net


BUND veröffentlicht Datenbank mit über 200 Nano-Produkten

Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat heute eine Datenbank veröffentlicht, in der über 200 Produkte mit Nano-Materialien aufgelistet sind. Mit der Datenbank will der Umweltverband auf eine fehlende Kennzeichnungspflicht für Nano-Produkte aufmerksam machen sowie zur Verbraucheraufklärung beitragen. Denn obwohl die Risiken für Gesundheit und Umwelt durch Nano-Partikel bisher nicht geklärt seien, kämen Nano-Partikel in Kosmetika, Lebensmittelverpackungen oder Textilien versteckt zum Einsatz. In der Datenbank befinden sich Artikel wie Zahnpasten, Wandfarben, Tierpflegemittel und Bettwäsche. Der BUND forderte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner auf, eine Melde- und Kennzeichnungspflicht für Nano-Produkte zu erlassen.

Jurek Vengels, BUND-Nano-Experte: "Während die Hersteller mit den angeblich tollen neuen Eigenschaften von Nano-Artikeln werben und auf diese Weise viel Geld verdienen wollen, wird den Verbrauchern das Recht vorenthalten, sich für oder gegen Nano-Produkte zu entscheiden. Die Risiken werden unterschlagen und es gibt keine Kennzeichnungspflicht. Mit der Nano-Produkt-Datenbank will der BUND mehr Transparenz schaffen. Die Bundesregierung hat es bisher versäumt, sich für einen besseren Schutz der Verbraucher vor den Gefahren durch Nano-Materialien einzusetzen."

Da Partikel in Nano-Größe häufig andere Eigenschaften aufweisen als größere Teilchen desselben Materials, fordert der BUND, sie einer speziellen Risikobewertung zu unterziehen. Laut BUND können einige Nano-Materialien aufgrund ihrer Winzigkeit giftig wirken und sogar die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Die vom BUND veröffentlichte Datenbank beinhalte bisher nur einen Teil der marktgängigen Nano-Produkte, sagte Vengels. Die Verbraucherinnen und Verbraucher seien aufgerufen, Hinweise auf Nano-Materialien in Produkten des täglichen Bedarfs an den BUND weiterzugeben. Die Produkte würden dann in die BUND-Datenbank aufgenommen.

Vengels: "Auch in der Europäischen Union mahlen die Mühlen beim Verbraucherschutz langsam. So müssen erst ab 2013 Nano-haltige Kosmetika gekennzeichnet werden. Nach der Zustimmung des EU-Ministerrats muss nun das Parlament entscheiden, ob ab 2014 auch Lebensmittel mit Nano-Materialien gekennzeichnet werden müssen. Trotzdem kann die Bundesregierung mehr für den Schutz der Verbraucher vor Nano-Risiken tun. Sie kann beispielsweise eine umfassende nationale Meldepflicht für Nano-Produkte beschließen und die Produkte in einem Register veröffentlichen."

Die BUND-Nanodatenbank sowie weitere Informationen zu den Chancen und Risiken der Nano-Technologie finden Sie unter http://bund.net/nanodatenbank.

Pressekontakt

Jurek Vengels, BUND-Nano-Experte
Tel. 0 30 / 2 75 86-422

Katrin Riegger, Pressereferentin
Tel. 0 30 / 2 75 86-464/-489, presse@bund.net

Quelle: BUND.net


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