Crochunter´s Umweltnews

News & Fakten über unsere Umwelt und unser Klima

EU-Kommission hält Energielabel für TV-Geräte zurück. BUND veröffentlicht zur IFA eine Verbrauchsübersicht der sparsamsten Fernseher

Berlin/Brüssel: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat anlässlich der morgigen Eröffnung der Internationalen Funkausstellung IFA die EU-Kommission aufgefordert, den Weg für die Kennzeichnung des Stromverbrauchs von Fernsehgeräten freizumachen. Ein sinnvoller Kennzeichnungsvorschlag liege seit Längerem vor. Dieser stößt nach BUND-Angaben jedoch auf den Widerstand einiger TV-Hersteller, die befürchteten, dass als ineffizient gekennzeichnete TV-Geräte zu Ladenhütern würden. Verlierer seien die Verbraucher, die weiterhin nicht erkennen können, wie viel Strom ein neues TV-Gerät benötige. Die Stromverbräuche variieren nach BUND-Angaben erheblich. Sparsame Geräte mit LED-Technik benötigten bis zu 50 Prozent weniger Strom als Durchschnittsgeräte. Mit dem interaktiven BUND-TV-Finder (http://www.bund.net/tv-finder) können Verbraucher unter rund 700 Geräten, inklusive der IFA-Neuheiten, das für sie passende Gerät ermitteln. Der TV-Finder wurde gemeinsam mit dem Öko-Institut e. V. entwickelt.

Das sparsamste Gerät des TV-Finders, ein LED-TV mit einer Bilddiagonale von 80 Zentimeter, verursache über eine Lebensdauer von zehn Jahren rund 160 Euro, das verbrauchsintensivste Plasma-Gerät mit einer Bilddiagonale von 160 Zentimetern über 1300 Euro Stromkosten.

Christian Noll, BUND-Experte für Energieeffizienz: "Große Fernseher und andere verbrauchsintensive Elektrogeräte treiben den Energieverbrauch in die Höhe und belasten so das Klima. Sparsame Geräte können den Markt nur erobern, wenn die Verbraucher sie auch erkennen. Es ist vollkommen unverständlich, dass das Label für Fernseher immer noch blockiert wird. EU-Energiekommissar Günther Oettinger muss endlich den Weg frei machen für eine sinnvolle Verbrauchskennzeichnung."

Die Energiekennzeichnung könnte eigentlich schnell umgesetzt werden. Uneinigkeit  herrsche noch bei der Frage, wie die Klasseneinteilung beim neuen Label vorgenommen werden sollte, ob die effizientesten TV-Geräte in die Klasse A oder in Zusatzklassen wie A+ eingestuft werden.

Stéphanie Zangl, Expertin für TV-Geräte beim Freiburger Öko-Institut: "Wichtig ist es vor allem, die Kennzeichnung so bald wie möglich einzuführen, um Verbrauchern endlich eine  Entscheidungshilfe beim Kauf sparsamer Fernseher zu bieten. Die effizientesten TV-Geräte sollten eindeutig mit einem A gekennzeichnet sein. Diese Bezeichnung und der auf dem Label erscheinende Stromverbrauch helfen nicht nur Verbrauchern, sondern motivieren auch die Hersteller sparsame Geräte zu entwickeln." 

Die Wirkung von Energielabeln belege die Erfolgsgeschichte der Kühlschrank-Kennzeichnung. Seit Einführung des Labels im Jahr 1995 sei der Stromverbrauch von Kühl-Gefrier-Kombinationen durchschnittlich um zwei Drittel gesunken.

Der TV-Finder von BUND und Öko-Institut mit über 700 Geräten und eine Übersicht über die sparsamsten TV-Geräte zur IFA ist im Internet abrufbar unter: www.bund.net/tv-finder

Pressekontakt

Christian Noll, BUND-Experte für Energieeffizienz
Tel. 0 30 / 2 75 86-436, Mobil: 01 79 / 1 49 57 64

Katrin Riegger, BUND-Pressereferentin
Tel. 0 30 / 2 75 86-464, presse@bund.net

Stéphanie Zangl, Expertin für TV-Geräte beim Öko-Institut e.V.
Tel. 07 61 / 4 52 95 66

Mandy Schoßig, Leiterin Öffentlichkeit & Kommunikation
Tel. 07 61 / 4 52 95 22, m.schossig@oeko.de

Hintergrund

Die effiziente Verwendung von Energie ist der Schlüssel für den Schutz von Klima und Rohstoffen. Weniger Energieverbrauch ist aber nicht nur mehr Klimaschutz, ein geringerer Verbrauch von Strom und Wärme entlastet auch entscheidend die Ausgaben – ob in Unternehmen oder in privaten Haushalten. Viele kleine Effizienzsteigerungen befördern Prozesse, die gegen wirtschaftliche Krisen und Umweltschäden wappnen: Wenn beispielsweise Deutschland effizient beleuchtet würde, könnten drei Großkraftwerke abgeschaltet werden. Und Energiesparlampen sind nur ein Baustein für eine energieeffiziente Zukunft.

Um die langjährigen Erfahrungen und das gesammelte Wissen von Umweltverbänden, Wissenschaft und Wirtschaft zusammenzuführen, haben der Deutsche Naturschutzring (DNR), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) mit dem Öko-Institut und dem Bundesarbeitskreis für umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) die Kampagne energieeffizienz – jetzt! gestartet. Einig in der Zielstellung arbeiten die Kampagnenmitglieder unabhängig voneinander an der umwelt- und klimaschonenden Nutzung von Energie in Haushalten und Unternehmen und tragen so gemeinsam zur gesamtgesellschaftlichen Anstrengung für mehr Energieeffizienz bei. Die Kampagne wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert.

Weitere Informationen unter www.energieeffizienz-jetzt.de

Quelle: BUND.net


Haushaltsbegleitgesetz bittet Umweltsünder zur Kasse. BUND: Keine verlängerten Laufzeiten als Gegengabe zur Brennelementesteuer

Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht in den ökologischen Komponenten des morgen im Bundeskabinett zu Abstimmung stehenden Haushaltsbegleitgesetzes erste Schritte in die richtige Richtung. Bereits ab 2011 würden die umweltbezogenen Bestandteile des Sparpakets zur Verringerung der Energieverschwendung und zur Schonung knapper werdender Ressourcen beitragen. Trotz der sozialen Schieflage, die das Sparpaket in Höhe von 82 Milliarden Euro bis 2014 insgesamt präge, könne auf die Brennelementesteuer mit jährlich 2,3 Milliarden Euro, die Flugverkehrsabgabe mit jährlich rund einer Milliarde und den Abbau von Ökosteuer-Vergünstigungen für energieintensive Betriebe allein 2011 in Höhe von ebenfalls einer Milliarde Euro nicht verzichtet werden.

Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger warnte davor, den Stromkonzernen im Gegenzug zur Brennelementesteuer verlängerte Laufzeiten für ihre Atommeiler zuzugestehen. Die Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel, fachlich könnten Atomkraftwerke 10 bis 15 Jahre länger laufen, bezeichnete Weiger als "unvernünftig, gefährlich und allein den Profitinteressen der AKW-Betreiber dienlich". "Wir werden den Protest dagegen am 18. September mit einer großen Demonstration im Berliner Regierungsviertel auf die Straße tragen", sagte Weiger. Laufzeitverlängerungen erhöhten die Risiken für die Bevölkerung signifikant. Der BUND prüfe deshalb, wie gegen eine solche "Gefahrzeitverlängerung" juristisch vorgegangen werden könne.

Damit Deutschland seine Klimaschutzziele von 40 Prozent weniger CO2 bis 2020 erreichen könne, sei neben dem Atomausstieg und dem entschlossenen Ausbau der Erneuerbaren Energien der Abbau sämtlicher klimaschädlicher Subventionen erforderlich, sagte der BUND-Vorsitzende. Deshalb sei die im Haushaltsbegleitgesetz geplante Kürzung der Ökosteuerermäßigungen für das produzierende Gewerbe ein Schritt in die richtige Richtung. "Bisher erhalten diese Unternehmen jährliche Steuergeschenke von sechs Milliarden Euro. 2011 wird dies eine Milliarde weniger sein und 2012 schon 1,5 Milliarden. ‘Umweltschädliche Subventionen’ müssen generell auf den Prüfstand", sagte Weiger. Das Bundesumweltministerium beziffere derartige Begünstigungen auf rund 50 Milliarden Euro im Jahr.

Seit langem überfällig sei die Einführung einer Luftverkehrsabgabe. "Das Fliegen ist die klimaschädlichste Reiseart und dafür werden weder Kerosin- noch Mehrwertsteuern entrichtet“, sagte Weiger. Mit über elf Milliarden Euro im Jahr sei der Flugverkehr die am stärksten bezuschusste Branche in Deutschland und ein Musterbeispiel fehlgeleiteter Subventionspolitik. Da der Flugverkehr zunehmend zum Klimawandel beitrage, reiche der Abbau von rund einem Zehntel der Subventionen jedoch nicht aus.

"Die geplante Abgabe mit acht Euro für innereuropäische Flüge, 25 Euro für Flüge über 2000 und 45 Euro für Flüge über 6000 Kilometer verknüpft die Flugdistanzen endlich mit den CO2-Emissionen der Flugzeuge", sagte der BUND-Verkehrsexperte Werner Reh. Zusätzlich müsse die Abgabe jedoch nach Sitzplatz-Klassen differenziert erhoben werden. Reh: "Wegen des größeren Platzangebots entfallen auf die Businessklasse 50 Prozent mehr und auf die Erste Klasse 100 Prozent mehr CO2 pro Sitzplatz. Deshalb sollten deren Passagiere auch entsprechend höhere Abgaben zahlen als die in der Economy-Klasse." In einem zweiten Schritt müsse die Luftverkehrsabgabe auch die Aspekte Lärm und Schadstoffemissionen einbeziehen. Damit nach Einführung der Flugverkehrsabgabe Kurzstreckenflüge zunehmend auf die Schiene verlagert werden, müssten Bahn und Bundesregierung außerdem ihre Investitionspolitik ändern. Dazu gehöre der Verzicht auf ökonomisch fragwürdige Prestigeprojekte wie den unterirdischen Bahnhof Stuttgart 21 und die ICE-Strecke von Nürnberg nach Erfurt.

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Thorben Becker, BUND-Energieexperte
Tel. 0 30 / 2 75 86-421

Werner Reh, BUND-Verkehrsexperte
Tel. 0 30 / 2 75 86-435

Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher
Tel. 0 30 / 2 75 86-425/-489, Fax: 440, presse@bund.net

Quelle: BUND.net


Anlässlich der IFA fordern Umweltverbände den Austausch stromfressender Kühlschränke. BUND startet Aktionsmonat: Im September bis zu 100 Euro Prämie beim Kauf eines A++-Kühlgeräts

Berlin: Zum Start der Internationalen Funkausstellung IFA (3. September) in Berlin fordert die Kampagne "energieeffizienz – jetzt" Maßnahmen zur Verbreitung effizienter Kühlgeräte. Bei rund 30 Millionen veralteten Kühlgeräten in Deutschland wäre ein flächendeckender Austausch ineffizienter Geräte ein großer Beitrag für den Klimaschutz, von dem alle profitierten, so die Verbände. Ein sparsamer A++-Kühlschrank verbraucht nach Angaben der Initiatoren bis zu 50 Prozent weniger Strom als ein Gerät der A-Klasse. Um effiziente Geräte zu erkennen, fehle es jedoch an einer für Verbraucher eindeutigen Kennzeichnung. Erforderlich seien außerdem funktionierende umfassende Rücknahmesysteme für Altgeräte, so die Träger von "energieeffizienz – jetzt!", das sind der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Deutsche Umwelthilfe (DUH), das Öko-Institut, der Bundesarbeitskreis für umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) und der Deutsche Naturschutzring (DNR).

Während des Aktionsmonats, den der BUND gemeinsam mit co2online und den Handelsketten MEDIMAX und ElectronicPartner: (EP) ausruft, wird Verbrauchern der Austausch ihrer stromfressenden Kühlschränke leicht gemacht. Vom 3. bis zum 30. September erhalten sie beim Kauf eines Kühlgerätes in den MEDIMAX-Filialen und bei EP-Markenhändlern gegen Gutschein einen Bonus von bis zu 100 Euro. Voraussetzung ist der Kauf eines besonders sparsamen A++-Gerätes eines Markenherstellers. Die Entsorgung des alten Modells erfolgt durch den Händler. Der Gutschein und weitere Informationen zur Teilnahme sind unter http://www.bund.net/ifa-aktionsmonat abrufbar. Die Gutscheine können in allen teilnehmenden Standorten von MEDIMAX und EP eingelöst werden.

Christian Noll, BUND-Energieeffizienz-Experte: "D er Kauf sparsamer Kühlgeräte zahlt sich in jedem Fall aus. Dennoch schrecken Verbraucher oft vor den höheren Anschaffungskosten zurück. Damit veraltete und energiefressende Haushaltsgeräte schneller ausgetauscht werden, muss ein staatliches Markteinführungsprogramm für die effizientesten Geräte aufgelegt werden."

"Dass die ‘Abwrackprämie’ für Stromfresser funktioniert, zeigen erfolgreiche Aktionen in den Niederlanden, Italien und Österreich", sagte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen. Dort seien die Preise bei den effizientesten Geräten durch die hohe Nachfrage bereits gesunken. "Frühere Vorschläge für Effizienzprogramme aus dem Umwelt- und Wirtschaftsministerium müssen endlich umgesetzt werden, wenn Deutschland nicht Schlusslicht in Europa werden will."

Dietlinde Quack, Leiterin der Verbraucher-Informationskampagne EcoTopTen am Öko-Institut e.V., kritisierte, dass Verbraucher nicht erkennen können, wie viel ein effizientes Gerät durch den geringeren Stromverbrauch an Folgekosten einspare. "Die Gesamtkosten, die über die Lebensdauer eines Gerätes entstehen, müssen beim Kauf ausgewiesen werden. Hier sollte die Bundesregierung nachbessern." Auf der Internetseite www.ecotopten.de bietet das Öko-Institut eine Übersicht über die sparsamsten Kühl- und Gefriergeräte der Energieeffizienzklasse A++ – einschließlich der jährlichen Gesamtkosten im Vergleich zu marktüblichen, ineffizienteren Produkten.

Mehr zum Aktionsmonat des BUND auf http://www.bund.net/ifa-aktionsmonat  

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Christian Noll, BUND-Experte für Energieeffizienz
Tel. 0 30 / 2 75 86-436, Mobil: 01 79 / 1 49 57 64

Katrin Riegger, BUND-Pressereferentin
Tel. 0 30 / 2 75 86-464, presse@bund.net

Klemens Gieles, Projektkoordinator der Kampagne energieeffizienz – jetzt!, Deutscher Naturschutzring (DNR)
Tel. 02 28 / 35 90 05, klemens.gieles@dnr.de

Dr. Dietlinde Quack, Leiterin der Verbraucher-Informationskampagne EcoTopTen am Öko-Institut e.V.
Tel. 0 30 / 40 50 85-378, d.quack@oeko.de, www.ecotopten.de, www.oeko.de

Hintergrund

Die effiziente Verwendung von Energie ist der Schlüssel für den Schutz von Klima und Rohstoffen. Weniger Energieverbrauch ist aber nicht nur mehr Klimaschutz, ein geringerer Verbrauch von Strom und Wärme entlastet auch entscheidend die Ausgaben – ob in Unternehmen oder in privaten Haushalten. Viele kleine Effizienzsteigerungen befördern Prozesse, die gegen wirtschaftliche Krisen und Umweltschäden wappnen: Wenn beispielsweise Deutschland effizient beleuchtet würde, könnten drei Großkraftwerke abgeschaltet werden. Und Energiesparlampen sind nur ein Baustein für eine energieeffiziente Zukunft.

Um die langjährigen Erfahrungen und das gesammelte Wissen von Umweltverbänden, Wissenschaft und Wirtschaft zusammenzuführen, haben der Deutsche Naturschutzring (DNR), der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) mit dem Öko-Institut und dem Bundesarbeitskreis für umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) die Kampagne energieeffizienz – jetzt! gestartet. Einig in der Zielstellung arbeiten die Kampagnenmitglieder unabhängig voneinander an der umwelt- und klimaschonenden Nutzung von Energie in Haushalten und Unternehmen und tragen so gemeinsam zur gesamtgesellschaftlichen Anstrengung für mehr Energieeffizienz bei. Die Kampagne wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert.

Weitere Informationen finden Sie unter www.energieeffizienz-jetzt.de

Quelle: BUND.net


Energieszenarien belegen, Atomkraft ist für Versorgungssicherheit und akzeptable Strompreise überflüssig. BUND: Erneuerbare Energien können Atommeiler schnell ersetzen

Berlin: Mit den bekannt gewordenen Ergebnissen der von mehreren Wirtschaftsforschungsinstituten (Prognos AG, Energiewirtschaftliches Institut der Universität Köln (EWI), Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung (GWS)) erstellten Energieszenarien ist für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) der Versuch der schwarz-gelben Bundesregierung gescheitert, die Verlängerung von AKW-Laufzeiten schön rechnen zu lassen.

"Jetzt hat es die Bundesregierung schwarz auf weiß: verlängerte AKW-Laufzeiten sind überflüssig. Deutschland braucht keine Atomkraft sondern volle Kraft voraus ins Zeitalter der Erneuerbaren Energien", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Der Umweltverband forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, Verhandlungen mit den Energiekonzernen über längere Laufzeiten für Atomkraftwerke sofort zu beenden. "Die Energieszenarien hatten ja längere AKW-Laufzeiten rechtfertigen und ihre wirtschaftlichen Vorteile belegen sollen. Trotz fragwürdiger Annahmen zugunsten der Atomenergie ist dies auf ganzer Linie gescheitert. Damit hat sich die Debatte um Laufzeitverlängerungen erledigt", sagte Weiger.

Die Kernaussagen der Energieszenarien, dass akzeptable Strompreise und Versorgungssicherheit auch ohne längere AKW-Laufzeiten gewährleistet seien, müsse der Bundesregierung Ansporn zum entschlossenen Ausbau regenerativer Energien und zur Steigerung der Energieeffizienz sein. Beides trage zu wachsender Energieunabhängigkeit bei und könne bis zu einer Million neue Arbeitsplätze schaffen. Weiger: "Erneuerbare Energien werden die Atomkraftwerke schneller als gedacht ersetzen. Auch weil noch kein einziges Gramm hochradioaktiven Atommülls sicher entsorgt werden konnte, muss jetzt umgehend über Laufzeitverkürzungen statt -verlängerungen verhandelt werden."

Der BUND forderte die Bundesregierung auf, die Gutachten des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU) und des Umweltbundesamtes zur Grundlage ihrer Energiepolitik zu machen. Auf Atomkraftwerke und neue Kohlekraftwerke könne verzichtet werden. Nur dann sei das im Koalitionsvertrag zwischen Union und FDP vereinbarte Klimaziel von Minus 40 Prozent CO2 bis 2020 auch tatsächlich zu erreichen. Auf keinen Fall dürften verstärkte Investitionen in Erneuerbare Energien ausgebremst werden. "Anstatt den Atomstromern Zusatzgewinne aus längeren AKW-Laufzeiten zuzuschanzen, muss die Bundesregierung die gefährlichen AKW so schnell wie möglich vom Netz nehmen", sagte Weiger.

Die Bundesregierung müsse jetzt entscheiden, was sie wolle. Entweder eine zukunftsorientierte Politik für den Ausbau der Erneuerbaren Energien oder eine rückwärtsgewandte Politik für die Interessen der Atom- und Kohleindustrie. Beides zugleich gehe nicht. Um dies zu bekräftigen, ruft der BUND gemeinsam mit anderen Verbänden und Bürgerinitiativen die atomkritische Bevölkerung dazu auf, am 18. September in Berlin eine große Anti-Atom-Demonstration durchzuführen, bei der das Regierungsviertel umzingelt werden soll.

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Thorben Becker, BUND-Energieexperte
Tel. 0 30 / 2 75 86-421, Mobil: 01 73 / 6 07 16 03

Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle
Tel. 0 30 / 2 75 86-425/-489, presse@bund.net

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Quelle: BUND.net


Fragwürdiges CCS-Gesetz soll schmutzigem Kohlestrom sauberes Image verschaffen. Verpressung von CO2 birgt enorme Risiken

Berlin: Anlässlich der Anhörung im Bundeswirtschaftsministerium zum "Gesetz zur Demonstration und Anwendung von Technologien zur Abscheidung, zum Transport und zur dauerhaften Speicherung von Kohlendioxid" (CCS-Gesetz) hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) seine ablehnende Haltung zu diesem Vorhaben und dem Gesetzentwurf bekräftigt. "Die unterirdische Verpressung von Kohlendioxid ist eine Feigenblatt-Technologie, hinter der die schmutzigen Folgen der Kohleverstromung versteckt werden sollen", sagte der BUND-Energieexperte Robert Pörschmann.

Die CCS-Technologie, die sich noch im Forschungsstadium befinde, stehe vor allem für ein ‘Weiter so’ in der Energiepolitik. Ob CCS in der Zukunft überhaupt machbar und bezahlbar sei und ob die Technologie dem Klimaschutz diene, seien offene Fragen. Mit vagen Verweisen auf das künftig einzusetzende CCS-Verfahren wollten die Energiekonzerne vor allem die für sie lukrativen Strukturen der Energieversorgung zementieren. Dies verhindere den Ausbau erneuerbarer Energien und trage dazu bei, dass sich die Energiekonzerne vor ihrer Verantwortung für mehr Klimaschutz drückten. CCS berge zudem zahlreiche Sicherheitsrisiken für Mensch und Umwelt, die nach dem jetzigen Stand der Technologieentwicklung nicht auszuschließen seien.

"CCS ist ineffizient und teuer. Diese Technik bindet viele Millionen Euro, die in große teure Kohlekraftwerke anstatt in erneuerbare Energien fließen. Hinzu kommen weitere Nachteile. Nicht nur, dass ein Kraftwerk mit CCS zur Erzeugung der gleichen Strommenge bis zu einem Drittel mehr Braun- oder Steinkohle benötigt als ein Kraftwerk ohne CCS. Es verursacht auch neue schwere Umweltschäden durch den Abbau von mehr Kohle und seinen enormen zusätzlichen Wasserbedarf", sagte Pörschmann.

Der Umweltverband kritisiert am CCS-Gesetzentwurf, dass er zwar formal vorgebe, zunächst nur der Erprobung der Technologie zu dienen, tatsächlich aber durch unzureichende Beschränkungen die Tür zur Anwendung von CCS weit aufstoße. Insgesamt könne auch der neue Gesetzentwurf – der erste war im Juni 2009 gescheitert – die wesentlichen Sicherheitsfragen nicht beantworten. Der Verband lehne den vorgelegten Gesetzentwurf daher strikt ab. Unverfroren sei insbesondere, dass die Allgemeinheit auf den Risiken der CCS-Technologie sitzen bleiben solle. So werde es den Energiekonzernen erlaubt, spätestens 30 Jahre nach Beendigung der CO2-Verpressung sämtliche Haftungsrisiken auf die Bundesländer zu übertragen.

Pörschmann: "Ob die sichere Endlagerung des Kohlendioxids über mehrere tausend Jahre funktioniert, weiß niemand. Diese Technologie ist ein teurer Weg, dessen Risiken vor allem die Bundesländer und damit die Steuerzahler und die betroffenen Regionen tragen sollen. Unklar ist auch, ob es überhaupt genügend sichere CO2-Lagerstätten gibt und welche Mengen Kohlendioxid tatsächlich verpresst werden könnten. Zudem eignen sich mit CCS ausgerüstete Großkraftwerke nicht als flexible Regelkraftwerke zur Ergänzung erneuerbarer Energien."

Ein CCS-Gesetz, das prinzipiell keine Sicherheit für die CO2-Lagerstätten gewährleisten könne, keine ausreichende Vorsorge treffe und die Betreiber schon nach kurzer Zeit vollständig aus jeglicher Haftung entlasse, dürfe vom Bundestag nicht verabschiedet werden, sagte der BUND-Sprecher.

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Robert Pörschmann, BUND-Energieexperte
Tel. 0 30 / 2 75 86-433

Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle
Tel. 0 30 / 2 75 86-425/-489, presse@bund.net

Quelle: BUND.net


BUND-Klage gegen Bundesumweltministerium erfolgreich. BMU muss Unterlagen zum Elbschutz rausrücken

Berlin/Münster: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat vor dem Münsteraner Oberverwaltungsgericht ein mehrere Jahre dauerndes Verfahren gegen das Bundesumweltministerium gewonnen. Der Umweltverband hatte 2005 die Herausgabe eines Schreibens des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) an das Ministerium verlangt, in dem das BfN naturschutzfachliche Bedenken über Maßnahmen zur Vertiefung der Elbe geäußert hatte. Die Umweltorganisation berief sich dabei auf das Umweltinformationsgesetz. Das damals von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel geführte BMU hatte die Herausgabe mit der Begründung verweigert, es handele sich bei dem Schreiben um kein öffentliches Dokument, es sei vertraulich und diene lediglich der internen Abstimmung zwischen den Verwaltungen.

Nachdem rechtsanwaltliche Bemühungen keine Änderung der Position des BMU gebracht hatten, reichte der BUND 2006 Klage gegen das Umweltministerium ein. Ende 2007 gab das Verwaltungsgericht Köln dem BUND recht. Dagegen war das BMU in Berufung gegangen. Die schriftliche Ablehnung dieser Berufung seitens des OVG Münster liegt dem BUND jetzt vor. Darin heißt es: "Das Bekanntwerden von Unterlagen […] mag zwar einen gewissen Rechtfertigungsdruck für die handelnde Behörde erzeugen. Eine kritische Auseinandersetzung der Öffentlichkeit mit umweltbezogenem Handeln soll vom Umweltinformationsgesetz jedoch nicht ausgeschlossen, sondern gefördert werden."

Olaf Bandt, BUND-Direktor für Politik und Kommunikation: "Das Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Münster zur Herausgabe von Akten des Bundesumweltministeriums stärkt die Position der Umweltverbände gegenüber den Behörden. Immer wieder wird versucht, Fakten und Hintergründe zu Umweltthemen zu verschleiern. Wir werden solche Versuche weiter öffentlich anprangern und wenn nötig dagegen juristisch vorgehen. Das Handeln von Behörden muss öffentlich und durchschaubar bleiben. Umweltbelange sind keine Verschlusssachen, sie gehen alle an. Ein umfassendes Wissen darüber ist für den Schutz unserer Lebensgrundlagen unverzichtbar."

Pressekontakt: Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 0 30 / 2 75 86-425/-489, E-Mail: presse@bund.net

Quelle: BUND.net


Energieeffizienz statt Laufzeitverlängerung: Umwelt-, Verbraucherverbände und Gewerkschaften fordern zukunftsweisendes Energiekonzept

Gemeinsame Pressemitteilung vom 24. August 2010

Berlin: Umwelt-, Verbraucherverbände und Gewerkschaften appellieren an die Bundesregierung, mit ihrem Energiekonzept endlich wirksame Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz auf den Weg zu bringen. Die im Sparpaket für 2011 angekündigte Milliarden-Kürzung bei der energetischen Gebäudesanierung müsse zurückgenommen werden. Nur so könne die Bundesregierung ihre Klimaschutzziele erreichen und wichtige Impulse für eine zukunftsfähige Energieversorgung setzen, so der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Deutsche Naturschutzring (DNR), der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der Deutsche Mieterbund (DMB) und die Industriegewerkschaften IG Metall und IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) bei einer Pressekonferenz heute in Berlin. Die verstärkte Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen würde die Energiekosten für Wirtschaft und Verbraucher deutlich senken und etwa 850.000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen.

Insgesamt könnten im Strom- und Gebäudesektor durch die effizientere Nutzung von Energie bis zum Jahr 2020 jährlich rund 100 Millionen Tonnen CO2 vermieden werden. Dafür sei eine langfristige, angemessene Förderung energetischer Sanierungen im Gebäudebereich nötig. Zudem müsse mit dem Energiekonzept ein Energieeffizienzgesetz kommen, das ein verbindliches Einsparziel von mindestens zwei Prozent pro Jahr festsetze. Im Gesetz müsse unter anderem die zusätzliche Einrichtung eines Energieeffizienzfonds festgelegt werden, mit dem auch die Anschaffung energieeffizienter Haushaltsgeräte gefördert werden könne.

Klaus Brunsmeier, stellvertretender BUND-Vorsitzender: "Statt Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke müssen Energieeinsparungen Kern eines zukunftsfähigen Energiekonzeptes sein. Die Energiekonzerne hingegen interessiert vor allem, mit ihren alten abgeschriebenen Atomkraftwerken weiterhin Millionen zu verdienen."

Der DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen kritisierte, dass die Bundesregierung bei der Energieeffizienz in Europa von Staaten wie Dänemark und Großbritannien abgehängt worden sei und hierzulande nicht einmal die EU-Vorgaben eingehalten würden. "Mit dem Energiegesamtkonzept muss Deutschland Vorreiter bei der Energieeffizienz werden", forderte er.

Ein ambitioniertes Energieeffizienzgesetz könne wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz zum Job-Motor werden und langfristig Arbeitsplätze sichern, sagte Wolfgang Rhode, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall. "Energieeffiziente Technologien werden im internationalen Innovationswettbewerb immer wichtiger. Gerade die Beschäftigung in der Metall- und Elektroindustrie kann davon profitieren", so Rohde.

"Von Programmen im Effizienzbereich profitieren nicht nur Klima und Umwelt, sondern auch die Verbraucher", sagte Holger Krawinkel, Leiter des Fachbereichs Bauen, Energie, Umwelt des vzbv. "Zwar rechnet sich der Kauf effizienter Haushaltsgeräte trotz höherer Anschaffungskosten. Damit aber veraltete und energiefressende Haushaltsgeräte schneller ausgetauscht werden, soll ein Förderprogramm für die effizientesten Geräte aufgelegt werden", verlangte Krawinkel. Außerdem müssten insgesamt mehr Mittel gezielt für Maßnahmen der Energieeffizienz, etwa zur Gebäudesanierung, eingesetzt werden.

Lukas Siebenkotten, Direktor des Deutschen Mieterbundes: "Die Energiekosten sind Preistreiber Nummer Eins bei den Wohnkosten. Eine Modernisierung des Gebäudebestandes ist unverzichtbar. Die Kosten dafür müssen über Förderprogramme abgefedert werden, damit sie nicht zu überzogenen Mietbelastungen führen. Der von der Bundesregierung im Sparpaket angekündigte Abbau der Zuschüsse für Gebäudesanierungen ist daher ein völlig falsches Signal und muss zurückgenommen werden."

"Durch die geplante Kürzung bei den CO2-Gebäudesanierungsprogrammen werden über 100.000 Arbeitsplätze gerade im regionalen Handwerk gefährdet", sagte Martin Mathes, Leiter der Abteilung Wirtschafts-, Bau- und Arbeitsmarktpolitik der IG BAU. "Will die Bundesregierung ihre klimapolitische Glaubwürdigkeit behalten und ein klima- und beschäftigungspolitisches Erfolgsprogramm nicht gefährden, dann muss sie die Streichungspläne ad acta legen", so Mathes. Der von der KfW-Bank letzte Woche ausgesprochene Förderstopp für Einzelmaßnahmen wie den Einbau effizienter Heizungspumpen ab Anfang September sei ein weiterer Rückschritt.

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Christian Noll, BUND-Experte für Energieeffizienz, Tel. 0 30 / 2 75 86-436, Mobil: 01 79 / 1 49 57 64 bzw. Katrin Riegger, BUND-Pressereferentin, Tel. 0 30 / 2 75 86-464, presse@bund.net

Stefanie Langkamp, Deutscher Naturschutzring, Tel. 0 30 / 6 78 17 75-79, Fax 0 30 / 6 78 17 75-80, stefanie.langkamp@dnr.de; www.eu-koordination.de

Klemens Gieles, Projektkoordinator "energieeffizienz jetzt", Deutscher Naturschutzring, Tel. 02 28 / 35 90 05, klemens.gieles@dnr.de

Christian Fronczak, vzbv, Leiter Fachbereich Kommunikation, Tel. 0 30 / 2 58 00-258, fronczak@vzbv.de, www.vzbv.de

IG Metall, Pressestelle, Tel. 0 69 / 66 93-2670, pressestelle@igmetall.de; www.ig-metall.de

Ulrich Ropertz, Pressesprecher des Deutschen Mieterbundes, Tel. 0 30 / 2 23 23 – 35, Fax: 0 30 / 2 23 23-100, ulrich.ropertz@mieterbund.de, www.mieterbund.de

IG BAU, Bundesvorstand – Pressestelle, Tel. 0 69 / 9 57 37-135; Fax 0 69 / 95 73 71 38, presse@igbau.de, www.igbau.de 

 

Quelle: BUND.net


"Abenteuer Faltertage: Mit Stift und Zählbogen in die Natur

Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ruft bundesweit dazu auf, am kommenden Wochenende (28. und 29. 8.) bei Ausflügen in die Natur, im Garten oder im Park Schmetterlinge zu zählen. Vorkenntnisse sind dabei nicht erforderlich. Der Umweltverband hat im Internet unter www.bund.net/faltertage einen Zählbogen mit Abbildungen bereit gestellt, mit dem zehn einheimische Schmetterlingsarten leicht bestimmt und erfasst werden können. Manche Falterarten wie beispielsweise das Landkärtchen sind jetzt bereits in der zweiten Generation unterwegs. Anders als die Tiere der ersten Generation, die ein braun-oranges Muster haben, erkennt man die zweiten an ihrer schwarzbraunen Färbung mit weißer Querbinde.

Mit dem "Abenteuer Faltertage" will der BUND Daten zum Bestand der am häufigsten verbreiteten Tagfalterarten wie Zitronenfalter, Tagpfauenauge oder Distelfalter in Deutschland erheben. Aber auch andere beobachtete Schmetterlinge sollen gemeldet werden. So fliegen tagsüber auch viele Nachtfalter wie der Russische Bär, erkennbar am schwarz-weiß gestreiften oberen und dem roten, mit schwarzen Punkten versehenen unteren Flügelpaar. Zu den oft als "Motten" bezeichneten Nachtfaltern gehören 95 Prozent aller heimischen Schmetterlinge. In ihrer Farben- und Mustervielfalt stehen sie den Tagfaltern in nichts nach. Ein Beispiel dafür ist der tagaktive Nachtfalter Schönbär. Er ist Schmetterling des Jahres 2010. Hierzulande ist er nur noch selten anzutreffen, meist in lichten und feuchten Wäldern.

Christiane Bohn, BUND-Schmetterlingsexpertin: "80 Prozent der heimischen Tagfalter stehen auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Siedlungs- und Straßenbau sowie die in der Landwirtschaft eingesetzten Pestizide verdrängen die Schmetterlinge aus ihren Lebensräumen. Jeder kann den Faltern beim Überleben helfen. Im Garten zum Beispiel lässt man wilde Blumenwiesen mit heimischen Arten wachsen, verzichtet auf künstlichen Dünger und Pestizide und lässt für die Schmetterlingsraupen auch Brennnesseln stehen."

Die BUND-Schmetterlingszählungen werden bis zum 31. Oktober fortgesetzt, also auch noch nach dem kommenden Aktionswochenende.

Mehr Informationen

Zählbögen und weitere Informationen finden Sie unter www.bund.net/faltertage oder erhalten Sie beim BUND per Telefon unter: 0 30 / 2 75 86 -442.

Druckfähige Fotos von Schmetterlingen, dem Schmetterling des Jahres 2010 und Logos der Aktion "Abenteuer Faltertage" (bitte beachten Sie bei Verwendung die Nutzungsrechte) finden Sie unter: http://www.bund.net/bundnet/presse.

Pressekontakt

Christiane Bohn, BUND-Biologin, Tel. 030 / 2 75 86-496 bzw. 01 78 / 8 54 96 34, christiane.bohn@bund.net, Fax: 0 30 / 2 75 86-440 bzw. Katrin Riegger, BUND-Pressereferentin, Tel. 0 30 / 2 75 86-464 bzw. 01 57 / 71 33 57 96, presse@bund.net

Quelle: BUND.net


Anti-Atom-Organisationen kündigen heißen Herbst an

Großdemonstration mit Umzingelung des Regierungsviertels am 18.9. in Berlin geplant

Pressemitteilung von .ausgestrahlt, AG Schacht Konrad, BUND, Campact, Naturfreunde Deutschlands und IPPNW

Mit einer Großdemonstration in Berlin am Samstag, 18. September, wollen Anti-Atom-Organisationen einen "heißen Herbst" für Regierung und Atomkonzerne einläuten. Wenn Bundestag und Bundesregierung im September über ein "Energiekonzept" und längere Laufzeiten der Atomkraftwerke beraten, sollen zehntausende Menschen das Berliner Regierungsviertel komplett "umzingeln". Nach zahlreichen weiteren Demonstrationen im ganzen Bundesgebiet in den Wochen danach, gipfelt der "heiße Herbst" im vielfältigen Protest gegen den für November geplanten Castor-Transport nach Gorleben.

Zu der Großdemonstration unter dem Motto "Atomkraft: Schluss jetzt!" ruft ein breites Bündnis aus Umweltverbänden, Bürgerinitiativen, Parteien und Gewerkschaften auf (http://www.anti-atom-demo.de). Auf einer Pressekonferenz vor dem Berliner Reichstagsgebäude forderte dieses Bündnis die Bundesregierung auf, endlich aus der Atomkraft auszusteigen.

Jochen Stay von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt: „Wir werden alles dran setzten, die Regierungspläne zu stoppen. Ende September will die Bundesregierung über die Zukunft der Atomkraftwerke entscheiden. Deshalb rufen wir dazu auf, die gesellschaftliche Mehrheit gegen Atomenergie in Berlin sichtbar zu machen. Am 18. September wollen wir mit zehntausenden Menschen auf die Straße gehen und das Regierungsviertel umzingeln!“

Thorben Becker Energieexperte vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): „Es gibt keinen energiepolitischen Grund für längere AKW-Laufzeiten. Im Gegenteil müssen die gefährlichen Atomkraftwerke schnell Platz machen, damit sie dem Ausbau der erneuerbaren Energien nicht im Weg stehen. Die Bundesregierung darf nicht Politik für die Gewinninteressen der Stromkonzerne machen oder sich gar von ihnen erpressen lassen. Die Mehrheit der Bevölkerung will dass endlich Schluss ist mit Strahlenrisiko und Atommüllproduktion.“

Die Mobilisierung für die Großdemonstration in Berlin läuft auf Hochtouren. Bereits jetzt sind zwei Sonderzüge und 30 Busse aus ganz Deutschland angemeldet. Aus Niedersachsen ist eine Radtour nach Berlin geplant. Christoph Bautz vom Kampagnennetzwerk Campact: „Im September wird über die Zukunft der Atomkraft in diesem Lande entschieden. Deshalb zieht es die Menschen zu Tausenden auf die Straße, um endlich den Ausstieg aus der Risikotechnologie Atomkraft durchzusetzen.“ An vielen Orten entstehen regionale Mobilisierungsbündnisse. Am 21. August und am 4. September finden zudem zwei bundesweite Aktionstage statt, die für die Demonstration mobilisieren.

Die Demonstration beginnt und endet auf der Wiese vor dem Reichstag. Neben einem Demonstrationszug wird es auch eine Fahrrad- und eine Skater-Demo geben. Alle gemeinsam werden dann das Regierungsviertel umzingeln. Uwe Hiksch von den Naturfreunden Deutschlands: „Es wird eine große bunte Demonstration geben. Es gibt eine starke Beteiligung aus der Berliner Kulturszene. Wir wollen mit vielen Chören, Szene-DJs und einem tollen Kundgebungs- und Musik-Programm auf der Bühne vor dem Reichstag ein buntes aber unmissverständliches Zeichen setzen: Atomkraft? Schluss jetzt!"

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zur Demo, zu den Sonderzügen und Bussen

Quelle: BUND.net


Instituts-Analysen für Energiekonzept der Bundesregierung basieren auf unrealistischen Annahmen und liefern keine Entscheidungsgrundlage für AKW-Laufzeitverlängerungen

Berlin: Für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sind die von verschiedenen Wirtschaftsforschungsinstituten für die Bundesregierung erstellten Analysen zum Energiekonzept lediglich Gefälligkeitsgutachten und könnten keine Entscheidungsgrundlage liefern, wie eine Energieversorgung in Deutschland künftig auszusehen habe. Die heute von der Wochenzeitung "Die Zeit" öffentlich gemachten Grundannahmen der Analysen zum Energiekonzept, dass nur bei AKW-Laufzeitverlängerungen aktiver Klimaschutz betrieben, die Energieeffizienz gesteigert und der Ausbau der Erneuerbaren Energien dynamisch vorangetrieben würden, während in einem Energieszenario ohne Laufzeitverlängerungen nichts dergleichen geschehe, seien absurd.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: "Die unsinnige Annahme, dass bei Beibehaltung des bisherigen Atomausstiegfahrplanes der Klimaschutz in Deutschland faktisch ausfällt, belegt erneut, dass eine sachliche Prüfung der Notwendigkeit von Laufzeitenverlängerungen für Atomkraftwerke nicht gewollt ist. Ansonsten hätte die Bundesregierung auch ein entsprechendes Szenario unter Beibehaltung des geltenden Atomausstieggesetzes durchrechnen lassen."

Bundesumweltminister Norbert Röttgen habe mehrfach erklärt, dass auf Atomkraftwerke in Deutschland verzichtet werden könne, sobald die Erneuerbaren Energien einen Anteil von 40 Prozent an der Stromversorgung erreichen. Die entscheidende Frage, wann dies der Fall sei, werde aber in den beauftragten Energieszenarien nicht untersucht. Nach einem Bericht der Bundesregierung zum weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland werde dieser Anteil deutlich vor dem geplanten Abschalten des letzten Atommeilers im Jahr 2022 erreicht.

Weiger: "Die Bundesregierung muss sofort ihre Verhandlungen mit den Stromkonzernen über längere AKW-Laufzeiten beenden und alle unbrauchbaren Energieszenarien ad acta legen. Stattdessen muss jetzt unverzüglich eine Diskussion über die Verkürzung der Laufzeiten der Atomkraftwerke beginnen."

Der BUND kündigte für den 18. September eine große Anti-Atom-Demonstration in Berlin an, bei der gemeinsam mit anderen Verbänden und Bürgerinitiativen das Regierungsviertel umzingelt werden soll.

Pressekontakt

Thorben Becker, BUND-Energieexperte
Tel. 0 30 / 2 75 86-421, Mobil: 01 73 / 6 07 16 03

Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle
Tel. 0 30 / 2 75 86-425/-489, presse@bund.net

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Quelle: BUND.net


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