Crochunter´s Umweltnews

News & Fakten über unsere Umwelt und unser Klima

Futtermittelindustrie endlich an die Leine nehmen. Aigner-Vorschläge schützen Bauern und Verbraucher nicht wirksam

Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat von Agrarministerin Ilse Aigner ein schnelleres und härteres Durchgreifen gegen die Futtermittelindustrie gefordert. Die heute veröffentlichten Vorschläge der Ministerin zur Vermeidung künftiger Lebensmittelskandale reichten nicht aus. Für Verbraucher und Bauern werde es erst mehr Sicherheit vor Futtermittelpanschereien geben, wenn ein Haftungsfonds eingerichtet werde, in den die Futtermittelhersteller und -händler einzuzahlen hätten.

"Aigner hat die Pflicht, die Futtermittelindustrie endlich an die Leine zu nehmen. Wenn es Panschereien gibt, muss die Branche dafür zahlen. Außerdem müssen endlich alle Futtermittel offen und vollständig deklariert werden. Eine verbindliche Positivliste muss vollständige Klarheit über alle erlaubten Zutaten schaffen. Das Wichtigste ist Transparenz. Auf jedem Futtersack muss geschrieben stehen, was drin ist, zu welchen Anteilen, woher es stammt und wie es verarbeitet wurde", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger.

Wenn Grund zu der Annahme bestehe, dass ein Futtermittel die Gesundheit gefährde, müssten die zuständigen Behörden darüber sofort umfassend informieren und die belasteten Chargen zurückrufen. Als völlig gescheitert sieht der BUND die Selbstkontrollen der Branche durch das so genannte Qualitäts- und Sicherheits-System (QS-Prüfsystem) an.

"Der Dioxinskandal hat deutlich gemacht, dass Futtermittel in Zukunft nur nach strengen Vorschriften hergestellt und vertrieben werden dürfen. Dringend erforderlich ist außerdem eine Stärkung der bäuerlichen Landwirtschaft. Tierhaltung und Futteranbau müssen wieder in zusammenhängenden Betrieben integriert werden. Nur so lässt sich eine größtmögliche Selbstversorgung und die bessere Kontrolle über die Futtermittel gewährleisten", sagte Weiger. Dazu müssten auch die auf EU-Ebene anstehenden Agrarreformen genutzt werden.

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Reinhild Benning, BUND-Agrarexpertin, Tel. 0 30 / 2 75 86-481 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 0 30 / 2 75 86-425/-489, Mobil: 01 71 / 8 31 10 51, presse@bund.net

Quelle: BUND.net


300 Professoren fordern Ausstieg aus Massentierhaltung

Berlin: In einem gemeinsamen Appell haben über 300 Professorinnen und Professoren sowie weitere Wissenschaftler zum Ausstieg aus der Massentierhaltung aufgerufen. "In der Massenhaltung wird mit Tieren auf eine Weise umgegangen, die uns als Gesellschaft beschämen muss", heißt es in dem Appell. Die Professoren und Wissenschaftler verweisen auf die fatalen Auswirkungen der Massentierhaltung auf Umwelt, Klima, Gesundheit und globale Gerechtigkeit. In ihrem Appell fordern sie von der Europäischen Union sowie von Bund und Ländern ein Ende der Tierquälerei und den Umstieg auf eine sozial-ökologische Landwirtschaft. Hierfür empfehlen sie eine Neuausrichtung der Agrarsubventionen nach Tier- und Umweltschutzstandards, den Stopp von Exportsubventionen und eine Haltungskennzeichnung für Fleisch, ähnlich wie sie bereits für Eier gilt. Generell müsse die Politik den Tier- und Klimaschutz in der Tierhaltung wirksam verbessern. Zu den Unterzeichnern des Appells gehören so renommierte Professoren wie der Theologe Eugen Drewermann, der Umweltethiker Konrad Ott, der Mediziner Wolfram Sterry, der Literaturwissenschaftler Dieter Borchmeyer und der Philosoph Dieter Henrich.

"Wir wollen mit diesem Appell demonstrieren, dass es sich bei der Debatte um Massentierhaltung längst nicht mehr nur um ein Randthema von Tierschützerinnen und Veganern handelt", so Friederike Schmitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am philosophischen Seminar der Universität Heidelberg, eine der Initiatorinnen der Aktion. "Immer mehr Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft wollen sich nicht länger mit den Zuständen in der industriellen Tierhaltung abfinden. Unsere Aktion stellt dies insbesondere für die deutsche Wissenschaft unter Beweis." Neben den Professoren haben auf der Internetseite www.gegen-massentierhaltung.de zahlreiche weitere Unterstützer den Appell unterzeichnet. Insgesamt sind es inzwischen über 8.000 Unterzeichner und die Initiatoren sind optimistisch, dass es noch mehr werden.

Mobilisierend wirken werde dabei auch eine zentrale Demonstration gegen Massentierhaltung am 22. Januar in Berlin, die unter dem Motto "Wir haben es satt!" stattfindet. "Wir wollen Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner die gesammelten Appell-Unterschriften möglichst bald nach der Demonstration übergeben. Bis dahin rufen wir weiter zur Unterzeichnung auf", so Schmitz.

Umwelt- und Tierschutzverbände unterstützen den Appell. Professor Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND): "Im industriellen Maßstab ist Tierhaltung nur möglich, wenn Umwelt- und Tierschutz in den Verordnungen für die Haltung der Tiere ausgeblendet werden. Viel zu viele Tiere werden auf geringstem Raum in immer größeren Ställen zusammengepfercht und bezahlen mit ihrem Leid für das Profitstreben der Fleischkonzerne und das Versagen der Politik. Experten haben hinsichtlich Umwelt- und Tierschutz über Hundert mögliche Verfahren zur Tierhaltung bewertet. In der Praxis der Fleischerzeugung sind aber ausgerechnet die Stallformen mit den schlechtesten Noten im Tier- und Umweltschutz wie beispielsweise die Mast auf Betonböden ohne frisches Stroh und ohne Auslauf am weitesten verbreitet. Billigfleisch kommt immer durch Preisdumping zustande. So trägt die Umweltkosten für die anhaltend hohen Nitratbelastungen durch Gülle in Gewässern nicht die Agrarindustrie sondern die Allgemeinheit. Die Bundesregierung muss endlich dafür sorgen, dass die Verbraucher Fleisch und Fleischerzeugnisse aus der Massentierhaltung genauso leicht erkennen können wie heute schon die Eier aus der Käfighaltung."

Professor Sievert Lorenzen, Zoologe in Kiel und Vorsitzender von PROVIEH e.V.: "Zu einer tiergerechten Nutztierhaltung gehört auch eine artgemäße Fütterung. Der aktuelle Dioxin-Skandal zeigt, wie teuer uns scheinbar billige Tierprodukte zu stehen kommen. Außerdem ist damit zu rechnen, dass wegen der Dioxinbelastung im Futter tausende Tiere sinnlos vernichtet werden. Das ist ebenso erschütternd wie qualvolle Haltungsbedingungen oder Gefahren durch Antibiotika-resistente Krankheitserreger. Es ist höchste Zeit für ein Umdenken in der Agrarpolitik."

Professor Björn Frank, Volkswirtschaftler an der Universität Kassel, kritisiert, dass man als Steuerzahler gezwungen sei, subventionierte Billigschnitzel mitzufinanzieren. Tierethikexpertin Professor Ursula Wolf von der Universität Mannheim mahnt, der derzeit sehr hohe Fleischkonsum in Deutschland könne nur durch eine tierquälerische, industrielle Produktion gesichert werden. Für diese Praxis und das mit ihr verbundene Leiden der Tiere gebe es keine Rechtfertigu

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Friederike Schmitz, Mitinitiatorin des Appells, Tel. 01 79 / 1 26 86 50; Reinhild Benning, BUND-Agrarexpertin, Tel. 0 30 / 2 75 86-481 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 0 30 / 2 75 86-425/-489, Mobil: 01 71 / 8 31 10 51, presse@bund.net

Quelle: BUND.net


Dioxin-Skandal wirft Schlaglicht auf Massentierhaltung. Demonstration für eine neue Landwirtschaftspolitik am 22. Januar in Berlin

Berlin: Der erneute Dioxin-Skandal in der Massentierhaltung zeigt, dass die Agrarindustrie ihre selbstproduzierten Risiken nicht in den Griff bekommt. In immer größer werdenden Ställen für Hühner und Schweine werden zunehmend industriell hergestellte Futtermittel eingesetzt. So ist auch im aktuellen Dioxin-Skandal verunreinigte Ware von einem einzigen Futtermittellieferanten in mindestens vier Bundesländern in tausenden Ställen verfüttert worden. Unter dem Konkurrenzdruck zur industriellen Massentierhaltung setzen immer weniger Eier- und Fleischproduzenten selbst hergestelltes Futter ein, obwohl sich auf diese Weise Gefahren entscheidend verringern ließen.

Auch gegen diese Missstände wird ein Bündnis aus 80 Bauern-, Umwelt-, Tierschutz- und Entwicklungsverbänden am 22. Januar 2011 in Berlin bei einer Demonstration gegen die Industrialisierung der Landwirtschaft protestieren.

„Das Wachstum der Massentierhaltung und der Futtermittelindustrie vergrößert das Risiko für die Verbraucher. Bei weiter steigenden Rohstoffpreisen begünstigt der Kostendruck zudem Missstände wie die Dioxinpanscherei in Futtermitteln. Staatliche Kontrollen sind trotz der regelmäßig wiederkehrenden Skandale nicht in angemessenem Umfang ausgebaut worden“, sagte Jochen Fritz von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL).

„Die jetzigen Rückrufaktionen im Handel reichen nicht aus“, so Reinhild Benning, Agrarexpertin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Seit mindestens Mitte Dezember liegen erste Dioxin-Hinweise vor. Vermutlich sind viele seither gekaufte Eier und Fleischprodukte noch nicht verspeist. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner darf keinen Moment zögern, die Markennamen und Chargen, die betreffenden Handelsketten und die Zeiträume zu nennen, die belastete Ware betreffen. Es muss eine Rückrufaktion aus dem Kühlschrank geben“, sagte Benning.

„Die Verbraucherinnen und Verbraucher fühlen sich angesichts der mangelhaften Informationspolitik der Bundesregierung verraten. Das haben wir satt. Trotz Dioxin und Gentechnik im Futter fördert der Staat das System der Tierfabriken weiter mit unseren Steuergeldern“, so Fritz von der AbL.

„Wir rufen dazu auf am 22. Januar mit uns auf die Straße zu gehen. Es ist Zeit für einen grundsätzlichen Wandel in der Agrarpolitik. Agrarfabriken müssen zum Auslaufmodell werden, die Zukunft gehört der bäuerlichen Landwirtschaft. Wir dürfen die Entscheidungen darüber nicht länger der industriehörigen Politik überlassen, sondern müssen jetzt Druck machen“, sagte Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND und einer der Initiatoren der Demonstration unter dem Motto „Wir haben es satt“ zu Beginn der Grünen Woche in Berlin.

Pressekontakt: Jochen Fritz, Leiter Demonstrationsbüro, Mobil: 0171-8229719, Köpenicker Straße 36/38, 10179 Berlin, Tel. 030-21608621, Fax: 030-21608620, E-Mail: info@wir-haben-es-satt.de; www.wir-haben-es-satt.de bzw. Reinhild Benning, BUND-Agrarexpertin, Tel. 030-27586-481/-425, presse@bund.net

Quelle: BUND.net


Volksentscheide einführen und im Planungsrecht Lehren aus "Stuttgart 21" ziehen

Berlin: Mit einem Fünf-Punkte-Programm will der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Planung von Großprojekten und Infrastrukturvorhaben reformieren. Bundesregierung, Länderregierungen und kommunale Behörden müssten die Beteiligung der Bürger an den Planungen ausbauen, Alternativvorschläge von Umweltverbänden stärker berücksichtigen und die Verfahren ergebnisoffen durchführen, sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger. Erforderlich seien eine frühzeitige Beteiligung der Bürger am Raumordnungsverfahren, völlige Transparenz beim Erörterungstermin, die Ernennung einer Ombudsperson zur Schlichtung, verbesserte Möglichkeiten zur gerichtlichen Überprüfung der Planungsvorhaben und die Einführung von Volksentscheiden auf Bundesebene. 

Weiger: „Die Planungsprozesse für Großprojekte und Infrastrukturvorhaben sind hochkomplex. Umso wichtiger ist es, dass betroffene Bürger und ihre Verbände frühzeitig und umfassend einbezogen werden. Sonst entsteht zu Recht das Gefühl, Politiker und so genannte Fachexperten entscheiden ohne Beteiligung der Öffentlichkeit hinter verschlossenen Türen. Deutschland braucht den Ausbau der Mitbestimmung, bei vielen Themen ist auch der Volksentscheid eine sinnvolle und erprobte Möglichkeit.“

Die Absicht der Bundesregierung, bei Planungsvorhaben die Verpflichtung für Erörterungstermine abzuschaffen, ist für den BUND der vorläufige Höhepunkt einer ganzen Reihe von Versuchen, Beteiligungsrechte zu schmälern. Stattdessen müssten bereits im zwingend vorzuschreibenden Raumordnungsverfahren ergebnisoffene Grundsatzanhörungen durchgeführt werden. In diesen Anhörungen müsse die Notwendigkeit der Planung begründet, nach Alternativen gesucht und auch die Aufgabe des Projektes in Betracht gezogen werden. Bei etwaigen weiteren Planungsschritten seien Betroffene und Verbände laufend, schriftlich und über das Internet umfassend mit den notwendigen Informationen zu versorgen. Mit Anzeigen in Tageszeitungen und öffentlichen Aushängen müssten die Bürgerinnen und Bürger und ihre Verbände künftig zum Erörterungstermin eingeladen werden. Ein etwaiger Genehmigungsbescheid für das erörterte Vorhaben müsse auf jeden Fall gerichtlich überprüfbar sein.

Weiger: „Planungsbehörden, Wirtschaft und Parteien müssen ihr Misstrauen gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern endlich abbauen. Extreme Konflikte wie in Baden-Württemberg um den Bahnhof Stuttgart 21 oder in Niedersachsen bei Castortransporten sind vermeidbar, wenn die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger ernster genommen und bei politischen Entscheidungen tatsächlich berücksichtigt werden. Volksinitiativen, Bürger- und Volksentscheide können bei der Planung von Großprojekten oder gravierenden Umwelteingriffen zu besseren Ergebnissen führen als ein Regieren und Entscheiden über die Köpfe der Betroffenen hinweg.“

Wo es in Deutschland auf Länderebene bereits Volksentscheide oder Volksbegehren gebe, existieren nach Meinung des BUND oft noch zu hohe Hürden für mehr Bürgerbeteiligung. So sei in Baden-Württemberg mit 16,6 Prozent der stimmberechtigten Einwohner das erforderliche Quorum zur Zulassung eines Volksbegehrens extrem hoch, in Baden-Württemberg, Bayern und Brandenburg seien Listeneintragungen auf öffentlichen Ämtern vorgeschrieben und in einigen Ländern wiederum seien Abstimmungen ungültig, wenn nicht sehr hohe Zustimmungsquoren erzielt würden. Neben der Einführung von Volksentscheiden auf Bundesebene forderte Weiger deshalb eine Vereinfachung und Vereinheitlichung der Verfahren auf Länderebene. Plebiszite gegen Minderheiten oder Menschen- und Völkerrechte lehne der BUND selbstverständlich strikt ab.

Pressekontakt: Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle, Tel. 030-27586-425/-489, Fax: -440, Mobil: 0171-8311051, presse@bund.net

Quelle: BUND.net


2011 ist "Internationales Jahr der Wälder". Privatisierung öffentlicher Wälder in Deutschland stoppen und Buchenwälder schützen

Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) will im von den Vereinten Nationen zum "Internationalen Jahr der Wälder" erklärten Jahr 2011 vor allem die Rolle der Wälder beim Schutz der Artenvielfalt ins Blickfeld rücken. "Der Wald ist nicht primär ein Wirtschaftsgut für die Holzindustrie, er ist vor allem ein Refugium für viele seltene Pflanzen und Tiere. Darunter bedrohte Arten wie Luchs, Wildkatze, Rauhfußkauz und Grauspecht. Der Wald hat eine wichtige Funktion beim Klimaschutz und ist ein unverzichtbarer Erholungsraum für die Bevölkerung", sagte die BUND-Waldexpertin Heidrun Heidecke. Auch Deutschland müsse beim Waldschutz zulegen. Nadelforste müssten in Mischwälder umgewandelt, Waldmoore renaturiert und mindestens fünf Prozent der Waldfläche aus der Nutzung genommen und als künftige Urwälder geschützt werden.

Heidecke: "Global gesehen ist bei jedem Wimpernschlag ein Hektar Wald verschwunden. Die Vernichtung der Wälder trägt weltweit ebenso viel zum Klimawandel bei wie die CO2-Emissionen aller Autos, Flugzeuge und Schiffe. Die internationale Gemeinschaft muss den Beschluss des Klimagipfels von Cancun vom letzten Dezember schnell umsetzen und mit Geldern aus dem Waldfonds zuerst den Erhalt der Regenwälder sichern."

Der BUND werde sich in diesem Jahr vor allem für den Schutz der Buchenwälder einsetzen, sagte Heidecke. Bedenklich sei, dass inzwischen jede zweite Buche in Deutschland Schäden aufweise. Hauptursache seien die Emissionen aus Verkehr und Landwirtschaft. Hohe Stickstoffeinträge führten zur Versauerung der Böden und schädigten die Baumwurzeln. Da ein Viertel der weltweiten Buchenbestände hierzulande vorkomme, trage Deutschland für deren Erhalt eine besondere Verantwortung. Die Bemühungen der Bundesregierung, Buchenwälder in Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen 2011 von der UNESCO als Weltnaturerbe schützen zu lassen, will der BUND unterstützen. Bund und Länder seien jedoch gefordert, zusätzlich Buchenwälder wie jene im bayerischen Steigerwald als nutzungsfreie Nationalparks auszuweisen. Gestoppt werden müsse auch die weitere Privatisierung öffentlicher Waldflächen.

Pressekontakt: Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressestelle, Tel. 0 30 / 2 75 86-425/-489, Fax: -440, Mobil: 01 71 / 8 31 10 51, presse@bund.net

Quelle: BUND.net


BUND-Bilanz und Ausblick: 2010 Höhepunkt der Anti-Atom-Proteste. 2011 steht Agrarreform an: Großdemonstration am 22. Januar in Berlin

Berlin: "2010 war nicht das Jahr des so genannten Wutbürgers. Es war ein Jahr demokratischer und phantasievoller Bürgerproteste gegen Fehlentscheidungen wie die Aufkündigung des Atomausstiegs oder die Verlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs unter die Erde." Dieses Fazit zieht Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in einer Rückschau auf das Jahr 2010. Für 2011 erwartet er zwei Hauptthemen, an denen der BUND arbeiten wird: „Die Europäische Union steht 2011 in der Agrar- und Klimapolitik vor entscheidenden Weichenstellungen. Die Verteilung von fast 60 Milliarden Euro Agrarsubventionen muss neu geregelt und das Klimaschutzziel von minus 20 Prozent CO2 muss auf minus 40 Prozent erhöht werden.“

Die Anhebung der Ziele zur CO2-Minderung für alle Staaten der Europäischen Union sei ebenso dringend erforderlich wie eine stärker an Umwelt- und Tierschutz orientierte Landwirtschaft. Bei beiden Themen komme der Bundesregierung eine Schlüsselrolle zu. Verweigere sie sich ambitionierten Klimaschutzzielen und blockiere sie die anstehenden Agrarreformen, werde sie ihrer Verantwortung für eine zukunftsfähige Wirtschaftsweise nicht gerecht.

"Positive Trends im Natur- und Umweltschutz gingen 2010 leider nicht auf das Konto der schwarz-gelben Bundesregierung. Der isländische Vulkan Eyjafjallajökull und die Wirtschaftskrise haben mehr zur Reduzierung der globalen Treibhausgase beigetragen als die Umweltpolitik von Kanzlerin Angela Merkel und Umweltminister Norbert Röttgen. In Deutschland sind die CO2-Emissionen im letzten Jahr sogar um etwa 30 Millionen Tonnen gestiegen", sagte Weiger. Die zu starke Abhängigkeit der Industriestaaten von fossilen Rohstoffen habe auch die Explosion der Ölbohrinsel „deep water horizon“ und die anschließende Ölkatastrophe im Golf von Mexiko deutlich gemacht.

"Weder die Bundesregierung noch die deutsche Wirtschaft haben die nötigen Lehren aus den Umweltdebatten der vergangenen Jahre gezogen. Strengere Vorgaben zur Verbrauchsminderung für Autohersteller wurden blockiert, Straßen und Autobahnen übertriebenen Verkehrsprognosen hinterher geplant, umweltfreundliche Verkehrsmittel wie die Bahn vernachlässigt und mit Laufzeitverlängerungs-Geschenken an Atomstromkonzerne der Ausbau der erneuerbaren Energien behindert. Federführend in rückwärtsgewandter Umweltpolitik ist meist das von FDP-Politiker Rainer Brüderle geleitete Bundeswirtschaftsministerium", sagte Weiger.

2010 habe die schwarz-gelbe Bundesregierung mit der neuen Abgabe auf Atom-Brennstäbe und der Luftverkehrssteuer erste Schritte beim Abbau umweltschädlicher Subventionen getan. Diese Maßnahmen seien jedoch allein der klammen Haushaltslage geschuldet gewesen. Zu den Erfolgen des Jahres 2010 gehöre, dass das Bundesverfassungsgericht die gentechnikfreie Landwirtschaft geschützt habe, indem es die strengen Regeln zum Schutz vor Verunreinigungen von Äckern mit Gentech-Pflanzen bestätigte.

International habe es 2010 ebenfalls einige Erfolge gegeben. Weiger: "Im UN-Jahr der Biodiversität hat sich die Weltgemeinschaft in Japan auf den Abbau umweltschädlicher Subventionen bis 2020 verständigt und Anfang Dezember wurde im mexikanischen Cancun der UN-Prozess für ein globales Klimaschutzabkommen vor dem Scheitern bewahrt. Trotzdem kommt der Klimaschutz nur schleppend voran. Wenn die Industriestaaten nicht endlich mit verbindlichen und strengeren CO2-Minderungszielen aufs Tempo drücken, werden sich Zahl und Ausmaß der vom Menschen verursachten Klimakatastrophen leider noch erhöhen."

Weiger hob hervor, dass es 2010 eine Renaissance der Anti-Atom-Bewegung gegeben habe. Hunderttausende seien für eine zukunftsfähige Energieversorgung ohne Atomkraft auf die Straße gegangen. Für 2011 kündigte der BUND-Vorsitzende neue Demonstrationen an: "Wir werden den erstarkten Bürgerprotest gegen die fragwürdigen Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke, gegen Prestigeprojekte wie `Stuttgart 21` und gegen eine verfehlte Agrarpolitik auch im kommenden Jahr auf die Straße tragen. Schon am 22. Januar veranstalten wir anlässlich der Grünen Woche in Berlin gemeinsam mit einem breiten Bündnis von Umwelt-, Agrar- und Tierschutzverbänden eine große Kundgebung für Gentechnikfreiheit und Agrarreformen. Und wenn sich im April die Tschernobyl-Katastrophe zum 25. Mal jährt, werden wir deutschlandweit zu Protesten gegen die schwarz-gelbe Atompolitik aufrufen."

Pressekontakt: Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 0 30 / 2 75 86-425/-489, Mobil: 01 71 / 8 31 10 51, presse@bund.net

Quelle: BUND.net


2011 steht Agrarreform auf der Tagesordnung: Demonstration am 22. Januar in Berlin mit Nnimmo Bassey, Träger des Alternativen Nobelpreises 2010

Berlin: Nachdem das Statistische Bundesamt am Montag Zahlen herausgegeben hat, nach denen immer mehr Schweine in immer größeren Ställen gehalten werden, haben der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und die Kampagnenorganisation Campact heute weitere Details veröffentlicht. So sei die absolute Zahl der Schweine zwischen Januar und November 2010 um rund 360000 Tiere auf knapp 27 Millionen gestiegen. Jedes zehnte Schwein aus deutschen Tierfabriken gehe in den Export. Im Durchschnitt esse jeder Deutsche pro Jahr etwa 55 Kilogramm Schweinefleisch und insgesamt etwa 88 Kilogramm Fleisch- und Fleischprodukte.

Geflügel wie Hühnchen und Putenfleisch werde ebenfalls im Übermaß und zunehmend in Mega-Mastanlagen produziert. In Deutschland sei deren Erzeugung 2010 im Vergleich zu 2009 um 10 Prozent auf derzeit etwa 1,6 Millionen Tonnen Geflügelfleisch im Jahr gestiegen. Niedrige Umwelt- und Tierschutzstandards und fragwürdige Agrarsubventionen hätten zu diesem Boom beigetragen. Im Schnitt esse jeder Deutsche fast 20 Kilogramm Geflügelfleisch im Jahr.

Für die BUND-Agrarexpertin Reinhild Benning belegen diese Zahlen die Notwendigkeit einschneidender Reformen in der Agrarpolitik: „Dringend erforderlich ist die Umverteilung der Agrarförderung weg von Mega-Mastanlagen und weg von großen Lebensmittelkonzernen hin zur art- und umweltgerechten Landwirtschaft. Die EU-Kommission hat dazu brauchbare Vorschläge gemacht. Hingegen wollen Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner und die meisten Länderagrarminister eine gerechtere Verteilung der fast 60 Milliarden Euro Agrarsubventionen verhindern. Die weitere Fixierung auf die Ausweitung der Exporte schadet der Umwelt, den Tieren und den nachhaltig wirtschaftenden Bauernhöfen.“

Die Überproduktion von Fleisch und Milch in industrialisierten Tierhaltungsanlagen nütze vor allem einigen wenigen Nahrungsmittelkonzernen, die Billigprodukte in großen Mengen auf die Weltmärkte werfen würden. Großbetriebe kassierten zugleich rund 80 Prozent der EU-Direktzahlungen, während auf der anderen Seite das Sterben kleinerer und mittlerer Bauernhöfe weitergehe. Vor diesem Hintergrund sei es nicht hinnehmbar, dass die Bundesregierung alle Informationen zur Transparenz bei den Agrarsubventionen aus dem Internet genommen habe.

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, will ein breites Bündnis aus Umwelt-, Agrar- und Tierschutzverbänden unter dem Motto „Wir haben es satt. Nein zu Gentechnik, Tierfabriken und Dumpingexporten!“ am 22. Januar in Berlin aus Anlass der Grünen Woche für eine neue Agrarpolitik demonstrieren. Das Bündnis von rund 20 Verbänden erwartet mehrere Tausend Menschen zu der Kundgebung, die von einem Dutzend Traktoren begleitet werden soll.

Felix Kolb, Geschäftsführer von Campact: „Konsumforscher sagen ein Sinken des Fleischkonsums um etwa ein Prozent pro Jahr voraus. Das heißt, in der Bevölkerung gibt es bereits einen Stimmungsumschwung. Die Risiken der Agro-Gentechnik, die Massentierhaltung in Agrarfabriken, Umweltzerstörung und Armutsbeförderung durch Dumping-Exporte werden nicht länger ausgeblendet. Und immer mehr Menschen lehnen die Überproduktion von Fleisch mit all ihren negativen Folgen für Mensch, Tier und Umwelt ab.“

Jochen Fritz von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL): „Das Bundesverfassungsgericht fällte in diesem Jahr entscheidende Urteile, um die Bundesregierung und die Agrarindustrie an die Notwendigkeit von Regeln zum Schutz vor gentechnischen Verunreinigungen der Äcker und an den Tierschutz zu erinnern. Die Verbraucher wollen gentechnikfreie, tiergerecht und fair erzeugte Lebensmittel. Auch dafür gehen wir anlässlich der Grünen Woche in Berlin auf die Straße.“

Der Nigerianer Nnimmo Bassey, Träger des diesjährigen Alternativen Nobelpreises und Vorsitzender der BUND-Dachorganisation Friends of the Earth International wird der prominenteste Redner auf der Demonstration am 22. Januar sein. Er will vor allem die negativen Auswirkungen der europäischen Agrarpolitik auf die Märkte in Entwicklungsländern thematisieren.

Weitere Informationen zur Demonstration am 22. Januar finden Sie im Internet unter: www.bund.net/wir-haben-es-satt

Pressekontakt: Reinhild Benning, BUND-Agrarexpertin, Tel. 0 30 / 2 75 86-481, Jochen Fritz von der AbL, Mobil: 01 71 / 8 22 97 19, fritz_jochen@web.de bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 0 30 / 2 75 86-425 / -489, Mobil 01 71 / 8 31 10 51, presse@bund.net

 

Quelle: BUND.net


Neuer Bundesfreiwilligendienst auf Druck der Länder eingeengt

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt die heute vom Bundeskabinett beschlossene Einrichtung eines Bundesfreiwilligendienstes. Jedoch habe der mit heißer Nadel gestrickte Gesetzentwurf noch große Mängel und sei im Natur- und Umweltschutz nur unzureichend umzusetzen. Der Gesetzentwurf berücksichtige in erster Linie Jugendliche und junge Erwachsene. In vielen Bereichen sei schlicht das Jugendfreiwilligendienstegesetz  kopiert worden. Doch Bildungsangebote und Bildungsdauer für lebenserfahrene Freiwillige müssten anders gestaltet werden, als für Jugendliche. Die Chance, auch ältere Männer und Frauen für den Freiwilligendienst zu gewinnen, blieb so ungenutzt, kritisiert der Verband.

Olaf Bandt, Direktor des BUND: „Wir könne uns es nicht erlauben, eine so wichtige, gesellschaftliche Entwicklung mit so großer Eile zu bearbeiten und neue Gestaltungsmöglichkeiten einfach zu ignorieren. Männer und Frauen jeden Alters können in ehrenamtlich organisierten Verbänden das zivilgesellschaftliche Engagement abwechslungsreich mitgestalten. Um dies zu unterstützen muss das neue Gesetz günstige konzeptionelle und finanzielle Rahmenbedingungen setzen.“

Der BUND kritisierte u. a. die auf Druck der Bundesländer zustande gekommene Kopplung der zu vergebenden Plätze im Bundesfreiwilligendienst an die bestehenden Plätze im Freiwilligen ökologischen Jahr (FöJ). Da auf diese Weise Wachstum ausgeschlossen werde, ist das Projekt insgesamt gefährdet, da FöJ-Plätze in den Bundesländern aufgrund der Haushaltssituationen eher ab- als ausgebaut würden. 

Allein im BUND engagieren sich fast 30.000 Menschen in über 2.000 Gruppen im verbandlichen Umwelt- und Naturschutz. Das sind fast zwei Millionen Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Hier würden die neuen Bundesfreiwilligen dringend benötigt.

Pressekontakt: Martina Löw, Leitung Freiwilligenreferat, Tel. 0 30 / 2 75 86-455 bzw. Katrin Riegger, BUND-Pressereferentin, Tel. 0 30 / 2 75 86-464/ -489, presse@bund.net

Quelle: BUND.net


Im 20. Jahr der Deutschen Einheit: Flächen im "Grünen Band" nicht privatisieren. Biotopverbund an innerdeutscher Grenze als "Nationales Naturmonument" schützen

Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Bundesregierung aufgefordert, sich für einen Privatisierungsstopp von Flächen im Biotopverbund "Grünes Band" an der ehemaligen innerdeutschen Grenze einzusetzen. Obwohl die Bundesregierung zugesagt habe, alle bundeseigenen Flächen im Grünen Band für den Naturschutz zu sichern, sei die Verwendung von etwa 1000 Hektar ungeklärt. Diese Flächen seien im Besitz der Bodenverwertungs- und -verwaltungs-GmbH (BVVG) und würden teilweise auf dem freien Grundstücksmarkt angeboten. Damit drohe ein einzigartiger Biotopverbund, der sich im einstigen innerdeutschen Grenzgebiet nahezu unberührt entwickeln konnte, weiter zerrissen zu werden. Noch sei ein Drittel des ehemaligen Grenzstreifens nicht unter Schutz gestellt.

Der BUND forderte, das Grüne Band  durch die neugeschaffene Naturschutzkategorie "Nationales Naturmonument" zu schützen. In den Niederlanden, Dänemark und den USA seien bereits Gebiete von herausragender Bedeutung für den Naturschutz und die Geschichte als Nationale Naturmonumente ausgewiesen worden. Diesen Vorbildern müsse Deutschland folgen.

Ulrike Mehl, stellvertretende BUND Vorsitzende: "Im 20. Jahr der Deutschen Einheit steht die Bundesregierung in der Pflicht, sich für die Unversehrtheit des Grünen Bandes einzusetzen. Das Gebiet ist von großer Bedeutung für den Naturschutz. Und es muss für künftige Generationen als ein lebendiges Denkmal der Zeitgeschichte erhalten werden. Dafür müssen auch Flächen im Grünen Band, die seit Anfang der neunziger Jahre intensiv landwirtschaftlich genutzt werden, zurückgekauft werden."

Das Grüne Band verbindet auf 1393 Kilometern von der Ostsee bis zum sächsischen Vogtland 109 verschiedene Lebensraumtypen wie Moore, Fließgewässer und Bergwiesen und ist ein Querschnitt durch 17 repräsentative Naturräume wie das Norddeutsche Tiefland oder Mittelgebirge wie Harz und Thüringer Wald. Das Grüne Band ist Heimat von über 1200 in Deutschland gefährdeten Tier- und Pflanzenarten und gehört zum "Green Belt Europe", das der BUND als "Grünes Band Europa" im Jahr 2002 initiiert hat. Das "Green Belt Europe" erstreckt sich entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer. Es zieht sich durch 23 Staaten, umfasst 38 Nationalparke und zahlreiche weitere Schutzgebiete. Mit seinen 12500 Kilometern ist das "Green Belt Europe" Rückzugsgebiet und Wanderkorridor für eine Vielzahl bedrohter Tiere wie Luchs, Wildkatze, Fischotter, Braunbär und Wolf.

Kai Frobel, BUND-Projektleiter für das Grüne Band: "Angesichts des dramatisch voranschreitenden Verlustes an biologischer Vielfalt bietet das ‘Grüne Band Europa’ die einmalige Chance, in einem möglichst unzerschnittenen Lebensraum viele gefährdete Arten effektiv zu schützen. Zugleich wird dieser Biotopverbund durch intensive landwirtschaftliche Nutzung, Straßenbau, Rohstoffabbau, Massentourismus und die Freizeitindustrie bedroht. Auch an der deutschen Ostseeküste werden immer noch wertvolle zum Grünen Band gehörende Biotope zerstört."

Der BUND forderte die Bundesregierung auf, im Rahmen der Europäischen Union grenzüberschreitende Projekte und eine nachhaltige Landnutzung in den Regionen entlang des "Green Belt Europe" zu fördern. Mit der Entwicklung eines Netzwerks naturnaher Lebensräume zur Erhaltung der Biodiversität durch Europa, der "Green Infrastructure", müsse ernst gemacht werden. Darüber hinaus müsse die EU die Entwicklung eines speziellen Förderprogramms "Grünes Band Europa" prüfen sowie die Bewerbung als UNESCO-Natur- und Kulturerbe.

Pressekontakt

Dr. Liana Geidezis und Melanie Kreutz, Grünes-Band-Projektbüro,
Tel. 09 11 / 57 52 94-0, gruenesband@bund-naturschutz.de

BUND-Pressereferentin Katrin Riegger,
Tel. 00 49 / 0 30 / 2 75 86-464/-489, presse@bund.net

Quelle: BUND.net


BUND veröffentlicht Datenbank mit über 200 Nano-Produkten

Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat heute eine Datenbank veröffentlicht, in der über 200 Produkte mit Nano-Materialien aufgelistet sind. Mit der Datenbank will der Umweltverband auf eine fehlende Kennzeichnungspflicht für Nano-Produkte aufmerksam machen sowie zur Verbraucheraufklärung beitragen. Denn obwohl die Risiken für Gesundheit und Umwelt durch Nano-Partikel bisher nicht geklärt seien, kämen Nano-Partikel in Kosmetika, Lebensmittelverpackungen oder Textilien versteckt zum Einsatz. In der Datenbank befinden sich Artikel wie Zahnpasten, Wandfarben, Tierpflegemittel und Bettwäsche. Der BUND forderte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner auf, eine Melde- und Kennzeichnungspflicht für Nano-Produkte zu erlassen.

Jurek Vengels, BUND-Nano-Experte: "Während die Hersteller mit den angeblich tollen neuen Eigenschaften von Nano-Artikeln werben und auf diese Weise viel Geld verdienen wollen, wird den Verbrauchern das Recht vorenthalten, sich für oder gegen Nano-Produkte zu entscheiden. Die Risiken werden unterschlagen und es gibt keine Kennzeichnungspflicht. Mit der Nano-Produkt-Datenbank will der BUND mehr Transparenz schaffen. Die Bundesregierung hat es bisher versäumt, sich für einen besseren Schutz der Verbraucher vor den Gefahren durch Nano-Materialien einzusetzen."

Da Partikel in Nano-Größe häufig andere Eigenschaften aufweisen als größere Teilchen desselben Materials, fordert der BUND, sie einer speziellen Risikobewertung zu unterziehen. Laut BUND können einige Nano-Materialien aufgrund ihrer Winzigkeit giftig wirken und sogar die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Die vom BUND veröffentlichte Datenbank beinhalte bisher nur einen Teil der marktgängigen Nano-Produkte, sagte Vengels. Die Verbraucherinnen und Verbraucher seien aufgerufen, Hinweise auf Nano-Materialien in Produkten des täglichen Bedarfs an den BUND weiterzugeben. Die Produkte würden dann in die BUND-Datenbank aufgenommen.

Vengels: "Auch in der Europäischen Union mahlen die Mühlen beim Verbraucherschutz langsam. So müssen erst ab 2013 Nano-haltige Kosmetika gekennzeichnet werden. Nach der Zustimmung des EU-Ministerrats muss nun das Parlament entscheiden, ob ab 2014 auch Lebensmittel mit Nano-Materialien gekennzeichnet werden müssen. Trotzdem kann die Bundesregierung mehr für den Schutz der Verbraucher vor Nano-Risiken tun. Sie kann beispielsweise eine umfassende nationale Meldepflicht für Nano-Produkte beschließen und die Produkte in einem Register veröffentlichen."

Die BUND-Nanodatenbank sowie weitere Informationen zu den Chancen und Risiken der Nano-Technologie finden Sie unter http://bund.net/nanodatenbank.

Pressekontakt

Jurek Vengels, BUND-Nano-Experte
Tel. 0 30 / 2 75 86-422

Katrin Riegger, Pressereferentin
Tel. 0 30 / 2 75 86-464/-489, presse@bund.net

Quelle: BUND.net


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