Berlin/Stuttgart (dpa) - Auf dem am Sonntag beginnenden CDU- Bundesparteitag drohen wegen der Koalitionseinigung zum Post- Mindestlohn alte Gräben zwischen den Parteiflügeln wieder aufzureißen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU), der momentan als wichtigster Repräsentant des Wirtschaftsflügels gilt, warnte am Freitag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa vor weiteren Zugeständnissen an die SPD.
Von Anne-Beatrice Clasmann, dpa Istanbul (dpa) - Der Inhalt der jüngsten Tonbandbotschaft von Osama bin Laden wirft viele Fragen auf. Doch viel bemerkenswerter als die immer gleichen Warnungen und Drohungen des Terrorchefs ist diesmal das relativ geringe Interesse, das den Worten des El-Kaida- Anführers in der arabischen Welt entgegengebracht wird. In arabischen Medien und Chat-Foren spielt das am Donnerstagabend von Al-Dschasira veröffentlichte Tonband Bin Ladens jedenfalls nur eine untergeordnete Rolle. Anders als noch vor Jahren werden seine Worte nicht in voller Länge überall wiederholt und diskutiert.
Heusenstamm (dpa) - Im Skandal um den Einbau wirkungsloser Rußfilter in mindestens 40 000 Diesel-Pkw hat die Werkstattkette Pit- Stop vom Hersteller GAT Klarheit über das weitere Vorgehen verlangt. GAT müsse eine «verbindliche Erklärung zur Abwicklung etwaiger Ansprüche von Kunden» abgeben, forderte die Pit-Stop Auto Service GmbH mit Sitz in Heusenstamm bei Offenbach am Freitag. «Wir wollen unseren Kunden eine verbindliche Aussage zur Vorgehensweise geben können», sagte Pit-Stop-Einkaufsleiter Andreas Laube.
Berlin (dpa) - Bundeswirtschaftsminister Michael Glos will mit einer Afrika-Reise deutschen Unternehmen zu mehr Aufträgen verhelfen. Vor allem das öl- und diamantenreiche Ex-Bürgerkriegsland Angola steckt Milliarden in den Wiederaufbau der Infrastruktur. «Angola ist aufgrund seines Ölreichtums zur Zeit eine der am stärksten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Die deutsche Wirtschaft hat ein großes Interesse daran, ihre technologische Kompetenz in die Entwicklung des Landes einzubringen», sagte Glos am Freitag in Berlin. Er beginnt an diesem Sonntag eine dreitägige Reise nach Angola und Gabun.
Karlsruhe (dpa) - Auch nach dem Freispruch für den früheren EnBW- Chef Utz Claassen geht der juristische Streit um die Korruptionsvorwürfe gegen den Ex-Manager in der WM-Ticketaffäre weiter. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe legte am Freitag Revision gegen das Urteil des Oberlandesgerichts ein. «Es gibt für uns nach wie vor deutliche Anhaltspunkte, dass es sich bei den versendeten Ticketgutscheinen um klimapflegende Geschenke handelte», sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Rainer Bogs, auf Anfrage. Claassen hatte die Gutscheine für die Fußball-WM 2006 an sieben Politiker verschickt.
Von Hanns-Jochen Kaffsack, dpa Rom (dpa) - Die Ideologien dieser Welt sind verblasst - doch das Prinzip Hoffnung bietet Christen einen weiten Horizont für die Suche nach einem Sinn in der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts: Mit seiner Enzyklika «Spe salvi» («Gerettet durch die Hoffnung») hat Papst Benedikt XVI. den zweiten Pflock eingeschlagen auf seinem Routenplan für alle Christen, die verunsichert auf das unruhige Weltgeschehen, Umweltkrisen sowie Entwurzelung blicken. Das Kirchenoberhaupt lädt dazu ein, auch in den stürmischen Zeiten nicht die Orientierung zu verlieren, und verwirft alle Anschauungen, die meinen, auf Glauben ganz verzichten zu können - ein Plädoyer gegen ein «Verwildern der Seelen», gegen Konsumismus und gegen Zynismus.
Berlin (dpa) - Auf Obst und Gemüse muss künftig immer das Herkunftsland stehen. Wegen einer Änderung im europäischen Recht muss bei allen Obst- und Gemüsearten vom 1. Januar das Erzeugerland angegeben werden, wie das Bundesverbraucherministerium am Freitag in Berlin mitteilte. Bisher galt dies nur für Obst und Gemüse, das vom Vermarktungsrecht der Europäischen Union erfasst war. Weil es keine genauen Vorschriften gibt, empfiehlt die EU, das Ursprungsland im Kennzeichnungsfeld anzugeben. Die Regelung soll bei Einfuhr wie Ausfuhr kontrolliert werden.
Moskau (dpa) - Inmitten des Konflikts um das Teheraner Atomprogramm hat die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) russische Brennelemente für das erste iranische Atomkraftwerk freigegeben. Experten der IAEA verplombten am Freitag Container mit der ersten Lieferung für das international umstrittene Kraftwerk Buschehr am Persischen Golf. Das teilte der russische Brennstäbeproduzent TWEL am Freitag nach Angaben der Agentur Interfax mit. Nach diversen Verzögerungen soll Buschehr voraussichtlich im Herbst 2008 in Betrieb genommen werden.
Berlin (dpa) - Trotz einer Mahnung von Bundespräsident Horst Köhler schwelt der Streit über die Außenpolitik in der großen Koalition weiter. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) warf Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) vor, er schade Deutschland, indem er im Umgang mit Russland, China und dem Dalai Lama wirtschaftliche über moralische Interessen stelle. Die SPD wies die Äußerungen Kochs am Freitag als «Frechheit» zurück.
Berlin (dpa) - Der Bundesrat hat strengere Regeln für den umstrittenen Anbau von Genmais beschlossen. Damit muss der Abstand zwischen gentechnisch verändertem und konventionellem Mais künftig mindestens 150 Meter betragen. Zu Öko-Mais soll ein Mindestabstand von 300 Metern gelten. Ein Bauer, der Genmais anbaut, muss seinen Nachbarn außerdem drei Monate vorher darüber informieren und Sorgfaltspflichten wie getrennte Lagerung von Saatgut einhalten. Dies sieht die neue Verordnung vor, die von der Mehrheit der Länderkammer beschlossen wurde. Der Bundestag muss allerdings noch zustimmen.