Rastatt (dpa) - Eine gegen den gefährlichen Maiswurzelbohrer weitgehend resistente Maispflanze hat der Saatguthersteller Südwestsaat entwickelt. Die Pflanze komme ohne den zusätzlichen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln aus, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Rastatt mit. Die Sorte sei auf herkömmliche Weise gezüchtet worden. Die Resistenzeigenschaft sei deshalb auf mehrere Gene verteilt. Bei gentechnisch veränderten Pflanzen dagegen gehe die Resistenz meist auf nur ein Gen zurück und der jeweilige Schädling könne sich durch eine Mutation rasch anpassen, hieß es weiter.
Wiesbaden (dpa) - Deutliche Preissteigerungen bei Heizöl und Kraftstoffen haben die Jahresteuerungsrate in Deutschland auf den höchsten Wert seit zwei Jahren steigen lassen. Im September kletterte sie auf 2,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Damit liegt sie über der Warnschwelle der Europäischen Zentralbank (EZB), die die Preisstabilität bei Raten unter zwei Prozent gewahrt sieht. Im Juli und August hatte die Rate noch bei 1,9 Prozent gelegen, zuletzt betrug sie im September 2005 ebenfalls 2,5 Prozent. Im direkten Vergleich von August auf September zogen die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent an.
Berlin (dpa) - Das Bundesumweltministerium hat die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts zum Schutz von Anwohnern stark befahrener Straßen vor gesundheitsschädlichem Feinstaub begrüßt. «Mit dieser höchstrichterlichen Entscheidung ist ein Prinzip des deutschen Luftqualitätsrechts bestätigt worden», erklärte Umwelt-Staatssekretär Matthias Machnig am Donnerstag in Berlin. «Das führt zu mehr Rechtssicherheit und stärkt den Gesundheitsschutz.»
Saarbrücken (dpa) - Zwischen Bund und Ländern bahnt sich auf der Konferenz der Agrarminister eine lebhafte Debatte über die EU-Pläne zur Kürzung der Beihilfen für Bauern an. Agrarstaatssekretär Gert Lindemann sprach sich am Donnerstag dagegen aus, vor 2013 die Beihilfen zu kürzen und hohe Einkommen zu kappen. «Ich denke, es ist eine absolute Mehrheit der Agrarminister, die den Grundsatz der Verlässlichkeit bis 2013 hochhält», sagte Lindemann vor Beginn der Konferenz der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er wolle ausloten, ob mit dem Bundesrat eine gemeinsame Linie gefunden werden könne.
Düsseldorf/Demmin (dpa) - Bei dem Stör- und Kaviarproduzenten Caviar Creator ist nach eigenen Angaben ein Großinvestor eingestiegen. Dieser habe zehn Millionen Aktien erworben, womit die wirtschaftliche Basis für neue Anlagen in den USA und Russland gegeben sei, teilte die Firma am Donnerstag mit. Zu dem Investor und dem Gesamtpreis machte das Unternehmen keine Angaben. Eine weitere öffentliche Kapitalaufnahme sei nicht mehr nötig, erklärte die in Las Vegas (USA) gegründete Firma Caviar Creator Inc. mit deutschem Hauptsitz in Düsseldorf zum derzeitigem Stand. Gegen das Unternehmen laufen nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Düsseldorf vom Donnerstag weiter Ermittlungen wegen Verdachts des Betruges und der Untreue zum Nachteil von Anlegern. Die Beschuldigungen hat das Unternehmen wiederholt zurückgewiesen.
Berlin (dpa) - Trotz aller Sparappelle verpulvert der Staat nach Darstellung des Steuerzahlerbundes weiter Milliarden durch Fehlplanungen und sinnlose Projekte. Es sei zu befürchten, dass «der explosionsartige Anstieg der Steuereinnahmen» zu einem noch sorgloserem Umgang mit Steuergeldern verführe, warnte der Verbandspräsident Karl Heinz Däke am Donnerstag in Berlin bei Vorlage des neuen «Schwarzbuches» zur Verschwendung öffentlicher Gelder. Ungeachtet der Kritik bezifferte Däke wie seit Jahren den Schaden durch Misswirtschaft erneut auf rund 30 Milliarden Euro. Angesichts dieses seit Mitte der 1990er Jahre unveränderten Betrages werfen Kritiker Däke immer wieder Populismus und mangelnde Seriosität vor.
Washington (dpa) - Die USA halten anders als die Vereinten Nationen weiter an freiwilligen und individuellen Lösungen der Länder im Kampf gegen die Erderwärmung fest. «Alle Staaten sollten den Klimawandel begegnen, wie sie es für am geeignetsten halten», sagte US-Außenministerin Condoleezza Rice zum Auftakt einer von Präsident George W. Bush anstoßenen Klimakonferenz am Donnerstag in Washington. Zugleich versicherte sie jedoch die Unterstützung der USA für die UN- Klimaverhandlungen, die im Dezember auf der indonesischen Insel Bali beginnen und ein Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokoll zum Ziel haben. An der Konferenz in Washington nehmen neben EU und UN auch Vertreter von 16 Ländern teil, die für rund 80 Prozent des weltweiten Ausstoßes von Treibhausgasen verantwortlich sind.
Stralsund (dpa) - In der Ostsee sind zwei Delfine gesichtet worden, die normalerweise in wärmeren Gewässern zu Hause sind. Das sei eine kleine Sensation, sagte der Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Harald Benke, laut Pressemitteilung nach Auswertung der Fotografien am Donnerstag in Stralsund. Die Besatzung eines Bundespolizeischiffes hatte die beiden Tiere am Sonntag zwischen Darßer Ort und Hiddensee fotografiert. Die Tiere gehören zu der Art Gemeiner Delfin (Delphinus delphis). Letztmals wurden Delfine 2001 in der Ostsee gesichtet.
Leipzig/Berlin (DUH) 27. September 2007 - Von hohen Feinstaubbelastungen betroffene Bürger haben in Deutschland ein vor Gericht einklagbares subjektives “Recht auf saubere Luft”. Betroffene können ihre Stadtverwaltungen seit heute zu Sofortmaßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität (bis hin zu umfassenden Fahrverboten für Dieselstinker) zwingen, wenn Aktionspläne der jeweiligen Bundesländer zur Eindämmung des Feinstaubrisikos noch nicht in Kraft getreten sind. Das entschied heute das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig in letzter Instanz.
Potsdam (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will im Oktober in Potsdam mit 15 Nobelpreisträgern und mehr als 30 führenden Wissenschaftlern und Fachleuten über nachhaltige Strategien gegen den Klimawandel und seine Folgen diskutieren. Die Ergebnisse sollen in einem «Potsdam-Memorandum» zusammengefasst werden und richten sich an die 13. UN-Klimakonferenz im Dezember auf Bali, teilte das Potsdam- Institut für Klimafolgenforschung (PIK) am Donnerstag mit. Mitveranstalter des interdisziplinären Symposiums am 9. und 10. Oktober ist der «World Wide Fund For Nature» (Umweltstiftung WWF). Merkel ist Schirmherrin des Symposiums.